Pressearchiv BVA 2000

PDT - Neue Behandlung gegen Altersblindheit

Düsseldorf, 30.10.2000 - Augenärzte wollen helfen, aber wer bezahlt die Behandlung ?

Am 16.10.00 beschloß der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen, daß die Photodynamische Therapie (PDT), eine Laserbehandlung mit Verteporfin (Visudyne) zur Behandlung einer bestimmten Form der feuchten altersbedingten Maculadegeneration (AMD) eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen werden soll. Zur Frage der Finanzierung des neuen Verfahrens hat sich der Ausschuß nicht geäußert. Damit ist der Einsatz dieses Verfahrens von vornherein gefährdet.

An Maculadegeneration, einem Abbau des Netzhautgewebes an der Stelle des schärfsten Sehens, der Macula, leiden etwa 20% der 65- bis 74-jährigen, in der Altersgruppe darüber sind es bereits 35%. Die AMD führt nicht zur Erblindung, kann aber die Sehschärfe so erheblich einschränken, daß sie der eines Blinden im Sinn des Sozialgesetzes gleich kommt. Dies ist zum Glück bei der Mehrheit der Erkrankten nicht der Fall. Sie leiden an der langsam fortschreitenden "trockenen" AMD. Ungleich dramatischer verläuft die feuchte Maculadegeneration, bei der neugebildete Blutgefäße unter die Netzhaut einsprießen. Befinden sich diese Gefäße in einer ganz bestimmten Schicht, dann sind sie der Behandlung mit Verteporfin zugänglich. Das Medikament wird in eine Armvene gespritzt und reichert sich in den neugebildeten Gefäßen an. Danach wird es mit einem Infrarotlaser aktiviert, und die Gefäße veröden. Die Behandlung muß durchschnittlich fünf Mal wiederholt werden. Von allen an AMD Erkrankten können 1,7% von dieser Behandlung Hilfe erwarten.

Die Augenärzte fürchten, daß sie die meisten Hilfesuchenden enttäuschen müssen, denn die Behandlung ist nur in den Frühstadien der Krankheit angezeigt. Deshalb empfehlen die Augenärzte allen älteren Menschen, sofort einen Augenarzt aufzusuchen, wenn sie eine Verschlechterung ihrer Sehschärfe oder andere Warnzeichen wie verbogene Linien oder vernebeltes Sehen bemerken. Leider wird dieser wichtige Aspekt in den meisten Aufklärungskampagnen im Fernsehen und in den Zeitungen ebenso übergangen wie die Frage nach den Kosten des Verfahrens. Nach vorsichtiger Schätzung des Berufsverbands der Augenärzte belaufen sich die Kosten im Jahr für das Medikament auf 645 Mio.DM und für die Behandlung auf 117 Mio.DM.

Das heißt: Die Augenärzte könnten ihren Patienten helfen, es sind ihnen aber die Hände gebunden, solange nicht geklärt ist, woher das Geld kommen soll.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
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