Pressearchiv BVA 2000

Neue Therapie gegen "Erblinden" - Augenärzte fordern Qualitätssicherung

Düsseldorf, 14.09.2000 - der Berufsverband der Augenärzte veröffentlicht ab 01.10.00 eine Anwenderliste, um den Patienten Qualitätsstandards zu garantieren.

Am 28.07.00 wurde in Deutschland ein neues Medikament zugelassen, mit dessen Hilfe Augenärzte eine besondere Form der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) besser behandeln können. Die AMD ist eine gefährliche Netzhautkrankheit, die bis zum Verlust der zentralen Sehschärfe führen kann und in Deutschland als die häufigste Ursache für den Bezug von Blindengeld gilt. Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) bieten allen Augenärzten geeignete Schulungsmaßnahmen an. Wer diese erfolgreich absolviert und weitere Qualitätsanforderungen erfüllt, wird in eine Anwenderliste aufgenommen. Sowohl niedergelassene Augenärzte als auch Augenärzte in der Klinik können die Qualifikation erwerben. Ab dem 01.10.00 wird der BVA eine Liste geprüfter Anwender im Internet veröffentlichen und auf Anfrage verschicken.

Wie funktioniert die Therapie - Für wen ist sie geeignet?

Die Photodynamische Therapie (PDT) ist ausschließlich für die sogenannte "feuchte" AMD, bei der Blutgefäße in die Netzhaut sprießen und hier die Zellen zerstören, geeignet. Eine typische Beschwerde bei der feuchten AMD ist neu auftretendes Verzerrtsehen. Deshalb ist die Behandlung nur bei Patienten erfolgreich, die erst kürzlich eine starke Sehverminderung erlitten haben. Zur Behandlung injiziert der Augenarzt dem Patienten den Farbstoff Verteporfin. Dieser reichert sich in den krankhaft neu gebildeten Blutgefäßen der Netzhaut an und wird durch eine Laserbestrahlung aktiviert, so dass die Gefäße veröden, ohne dass umgebende gesunde Gefäße geschädigt werden. Mit Hilfe einer schmerzlosen Untersuchung des Augenhintergrunds kann der behandelnde Augenarzt vorab feststellen, ob diese Behandlung für den betroffenen Patienten in Frage kommt. Für den Erfolg der Behandlung ist ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit besonders wichtig. Deshalb sollte in allen Fällen von Sehverschlechterung oder Verzerrtsehen kurzfristig Abklärung beim Augenarzt erfolgen.

Wer trägt die Kosten der Therapie?

Die PDT ist ein sehr aufwendiges und teures Verfahren, das jedoch die Lebensqualität derjenigen, die vom Verlust der zentralen Sehschärfe bedroht sind, verbessern kann. Bisher haben die Gesetzlichen Krankenkassen jedoch weder für die notwendigen Untersuchungen noch für die ärztliche Behandlung zusätzliche Gelder bereitgestellt. "Im Rahmen des derzeitigen Budgets ist das Verfahren nicht umsetzbar", so Dr. Uwe Kraffel, 1. Vorsitzender des BVA. "Der BVA fordert deshalb, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die neue Methode eingesetzt werden kann."

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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