Pressearchiv BVA 2000

Barmer Ersatzkasse unterliegt im Streit um Finanzierung der Glaukom-Früherkennung

Düsseldorf, 11.07.00 - Neues Gerichtsurteil bestätigt die Position der Augenärzte

Das Sozialgericht Düsseldorf hat am 7.7.2000 auf Antrag des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) gegen die Barmer Ersatzkasse (BEK) eine mit 100.000 DM strafbewehrte Abmahnung erlassen. Die Barmer darf nicht länger ihre Falschinformationen zur Finanzierung der Glaukomfrüherkennung verbreiten. Der Tenor entspricht dem bereits ergangenen Urteil des Kölner Landgerichtes.

Die BEK versuchte mit Veröffentlichungen zu verschleiern, daß die Früherkennungsuntersuchung auf Grünen Star (Glaukom) keine Krankenkassenleistung ist und hat somit viele Patienten verunsichert. Obwohl selbst die Bundesregierung in zwei getrennten Stellungnahmen die Rechtsauffassung der Augenärzte bestätigt hat, setzte die Kasse ihre Falschmeldungen in der Öffentlichkeit fort.

Aus medizinischer Sicht ist die Glaukom-Früherkennungsuntersuchung unverzichtbarer Bestandteil einer umfassenden Versorgung. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands begrüßt daher nachdrücklich die Pressererklärung des Bundesministeriums für Gesundheit, der Spitzenverbände der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom 19.04.00, die Untersuchung den GKV-Versicherten über Versicherungskarte zugänglich zu machen. Die zuständigen Gremien sind derzeit mit der Umsetzung dieser Empfehlung befaßt und können dabei auf die aktive Mitwirkung der Augenärzte bauen. Unbestritten ist, daß schon heute Untersuchungen wegen eines individuellen Glaukom-Verdachtes und bereits erkannter Krankheit über die Kasse abgerechnet werden können.

Das Glaukom ist der zweithäufigste Grund für den Bezug des Blindengeldes in Deutschland. Bei kaum einer anderen Augenkrankheit sind die Chancen, durch Vorsorge der Erblindung vorzubeugen, ähnlich gut. Das Glaukom zerstört schmerzlos und über lange Zeit ohne Symptome den Sehnerv. Ein erhöhter Augeninnendruck ist oft, aber bei weitem nicht immer damit verbunden. Weil die Krankheit in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium zu einer Sehverschlechterung führt, kann nur der Augenarzt durch eine Vorsorgeuntersuchung das Glaukom rechtzeitig erkennen und eine mögliche Erblindung verhindern.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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