Pressearchiv BVA 2000

Presseerklärung zum Betrugsvorwurf gegen Augenärzte (Intraokularlinsen)

Düsseldorf, 10.07.00 - Zum wiederholten Mal erreichen den Berufsverband der Augenärzte Meldungen aus Presse und Fernsehen, daß gegen operativ tätige Augenärzte wegen Abrechnungsbetrugs bei der Beschaffung von Intraokularlinsen ermittelt wird. Derartige Ermittlungen gab es schon früher, ohne daß aber jemals ein Hauptverfahren eröffnet wurde.

Der Berufsverband der Augenärzte bedauert, daß in den strittigen Fragen noch immer keine Rechtssicherheit besteht. Besonders ärgerlich ist, daß durch ungeschickte Formulierungen der Eindruck erweckt wurde, daß sich manipulierte Abrechnungen auch auf die Abgabe von Kontaktlinsen erstrecken. Dies ist nicht der Fall.

Der BVA verweist auf seine Pressemitteilung vom 29.01.98, die im wesentlichen noch heute gültig ist. Sie wird im folgenden auszugsweise wiedergegeben:

  1. Die in der Presse lancierten Vorwürfe gegen Augenärzte wegen Abrechnungsbetrugs sind nicht neu. Nach wie vor ist der Berufsverband der Augenärzte jederzeit bereit, seinen Sachverstand zur Aufklärung anzubieten, um die z.T. rechtsunsichere Lage aufzuhellen.
  2. Auf energisches Betreiben des Berufsverbandes und einzelner Augenärzte hin wurden auf Länderebene bereits vor Jahren Vereinbarungen getroffen. Auf der Ebene der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wird ebenfalls auf Betreiben des Berufsverbandes mit den Krankenkassen verhandelt, um einvernehmliche Regelungen zur Abrechnung von bundesweiten Sachkostenpauschalen für ambulante Operationen zu vereinbaren. Bis diese in Kraft treten, wird auf Landesebene über Interimslösungen verhandelt.
  3. Es überrascht den Berufsverband, diese gravierenden Anschuldigungen aus der Presse zu erfahren. Es drängt sich der Verdacht auf, daß die Krankenkassen im Interesse günstiger Verhandlungsabschlüsse einen ganzen Berufsstand diskreditieren wollen, hingegen für klärende Gespräche keine Zeit haben.
  4. Es werden viele verschiedene Arten von Intraokularlinsen unterschieden, die der Operateur je nach Befund und Vorerkrankungen des Patienten auswählt. Die Preise variieren je nach Anforderungen an das Linsenmaterial und die Linsenbeschaffenheit. Wie die Krankenkassen auf ein Preisniveau von 180 DM für die Standardlinse kommen, ist in jeder Hinsicht unverständlich. Möglichwerweise bezieht sich dieser Preis auf Billigimporte aus Südostasien und/oder minderwertige bzw. veraltete Modelle.
  5. Der Berufsverband der Augenärzte hat den Kassen bereits Vorschläge zu festen Erstattungsbeträgen in Abhängigkeit vom Linsentyp unterbreitet. Unter Qualitätsgesichtspunkten beträgt das Preisniveau für
    - PMMA-Linsen bis zu 320 DM
    - Silicon-Linsen bis zu 380 DM
    - faltbare Acryl-Linsen bis zu 420 DM
  6. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands hat sich immer für transparente und offene Abrechnungsregeln zwischen Ärzten und Krankenkassen eingesetzt. Vor diesem Hintergrund sind sowohl die Verhandlungen mit den Krankenkassen zu verstehen als auch die Informationen des Berufsverbandes an seine Mitglieder zu Fragen der korrekten Abrechnung.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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