Pressearchiv BVA 2000

Glaukomvorsorge: Augenärzte begrüssen Erklärung der Spitzenverbände

Düsseldorf 20.04.2000 - Krankenkassen werden bald Glaukomfrüherkennung übernehmen

Die Augenärzte atmen auf: Die Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung des Grünen Stars (Glaukom) soll bald in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden. Dies teilten Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, des Bundesministeriums für Gesundheit sowie die Spitzenverbände der Krankenkassen in einer gemeinsamen Presseerklärung am Mittwoch dieser Woche mit. Damit ist ein Ende des 20-jährigen Kampfes der Augenärzte für ihre Patienten bald in Sicht. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) hat sich in den letzten Jahren wiederholt um die Einführung dieser medizinisch sinnvollen und notwendigen Früherkennungsuntersuchung des Glaukoms in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen bemüht. Die Krankenkassen waren bisher die Bremser.

Entscheidung zugunsten der Patienten

Ein genauer Termin für die Einführung der Glaukomfrüherkennung als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen steht noch nicht fest. Die Augenärzte verbinden mit der Erklärung der Spitzenverbände gleichzeitig die Hoffnung, dass die Falschinformationskampagne einiger Krankenkassen endlich ein Ende nimmt. Diese hatten in der Vergangenheit immer wieder behauptet, sie würden die Kosten für eine Glaukomvorsorgeuntersuchung übernehmen und haben damit viele Patienten verunsichert. "Für die Augenärzte hat sich der Kampf zugunsten der Patienten endlich gelohnt," so Dr.med. Uwe Kraffel, erster Vorsitzender des BVA.

In der Erklärung der Spitzenverbände heißt es weiterhin, dass eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung für einen Teil der Bevölkerung notwendig und sinnvoll sei. Auf eine Altersgrenze haben sich die Experten noch nicht geeinigt, sie empfehlen jedoch eine Kombination aus Augeninnendruckmessung und Sehnervbeurteilung für Patienten ab 40 Jahren.

Das Glaukom gilt mit als die häufigste durch Vorsorge vermeidbare Erblindungsursache und ist der zweithäufigste Grund für den Bezug des Blindengeldes. Beim Glaukom wird schmerzlos und zunächst ohne Symptome der Sehnerv zerstört. Weil die Erkrankung erst im fortgeschrittenen Stadium zu einer Sehverschlechterung führt, kann der Augenarzt nur durch eine Vorsorgeuntersuchung das Glaukom rechtzeitig erkennen und eine mögliche Erblindung verhindern.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
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