Pressearchiv BVA 2000

Neue Therapie gegen Makuladegeneration - kann sie verhindern, daß die Sehkraft schwindet?

Düsseldorf, 16.02.2000 - Augenärzte sehen begrenzte Chancen

In Deutschland leiden 25 % aller Menschen über 65 an einer Makuladegeneration, einer Netzhautveränderung, die das Sehvermögen mindert. Bei etwa 7 % der über 75-jährigen führt sie bis zum Verlust der zentralen Sehschärfe. Mit den bisher zur Verfügung stehenden Therapieverfahren - Laserkoagulation oder chirurgische Eingriffe - gelingt es den Augenärzten, den Verlauf der Krankheit in Einzelfällen zu verlangsamen. Ausschlaggebend dabei ist der Krankheitstyp der Makuladegeneration. Der Behandlung zugänglich ist nur die feuchte Form.

Seit 1999 wird ein neues Behandlungsverfahren klinisch erprobt. Bei dieser photodynamischen Therapie (PDT) injiziert der Augenarzt den Farbstoff Verteporfin. Er reichert sich in den krankhaft neugebildeten Blutgefäßen der Netzhaut an und wird durch eine Laserbestrahlung aktiviert, so daß die Gefäße veröden. Das neue Verfahren wird höchstwahrscheinlich nur 2 % der Erkrankten helfen, da es nur in einem bestimmten Stadium der Krankheit wirksam ist. Zur Zeit ist Verteporfin noch nicht in Deutschland zugelassen. Es wird aus der Schweiz importiert und kostet pro Behandlung 3.200 DM. In der Regel muß die Behandlung mehrmals im Jahr wiederholt werden.

Den Kranken wird die Behandlung nur zugute kommen, wenn zusätzliche Gelder bereitgestellt werden. Der Berufsverband der Augenärzte hat sich deshalb dafür eingesetzt, daß das Behandlungsverfahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen wird. Patienten, die ihre Hoffnung auf das neue Verfahren setzen, sollten sich eingehend untersuchen und beraten lassen, ehe sie bei ihrer Krankenkasse einen Einzelantrag stellen oder sich auf eigene Kosten der aufwendigen Behandlung unterziehen.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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