Pressearchiv BVA 2000

Wirbel um Falschmeldung - Sozialministerin Stamm falsch zitiert

Düsseldorf/München, 28.01.2000 - Krankenkassen zahlen auch weiterhin keine Vorsorgeuntersuchung gegen Grünen Star

In der Auseinandersetzung um die private Zahlung der Glaukomvorsorge hat die Falschmeldung einer Nachrichtenagentur erneuten Zwist ausgelöst und die Patienten weiter verunsichert: In der Meldung von dieser Woche heißt es im Zitat der bayerischen Sozialministerin Stamm, dass die Vorsorgeuntersuchung für den Grünen Star zu Lasten des Patienten vertragswidrig sei. Nicht die Ministerin Stamm hatte dies gesagt, sondern die AOK Bayern behauptete dies in einer Erklärung von dieser Woche. Die Sozialministerin hatte vielmehr den Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen aufgefordert, in seine Richtlinien für Vorsorgeuntersuchungen auch die Früherkennung des Grünen Stars aufzunehmen und damit das langjährige Bemühen des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) unterstützt.

Während die Augenärzte bei Glaukom auf Aufklärung setzen, werden die Patienten weiterhin von den Kassen verunsichert. Die Krankenkassen weigern sich weiterhin, die Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung des Grünen Stars zu zahlen. Wie auch vom bayerischen Sozialministerium bestätigt, gehört die Vorsorgeleistung derzeit noch nicht in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen. Dennoch haben die Kassen in der Vergangenheit mehrfach behauptet, daß sie alle erforderlichen Diagnosemaßnahmen zur Erkennung des Grünen Stars bezahlen würden.

Die Kassen argumentieren dabei mit Wortspielereien, die den Patienten in die Irre führen, weil sie den Unterschied zwischen der Früherkennung und der Untersuchung aufgrund des Verdachts auf Grünen Star nicht klar herausstellen. Nach den Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen sind Patienten ab dem 40. Lebensjahr auf eine Vorsorgeuntersuchung zur Erkennung des Grünen Stars auch bei Beschwerdefreiheit hinzuweisen. Die nur vom Augenarzt vorzunehmende Untersuchung ist jedoch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und muß der Patient demnach selbst bezahlen. Erst, wenn bei einem Patienten Verdacht auf Grünen Star besteht, bezahlen die Krankenkassen die notwendigen Untersuchungen, insbesondere die Messung des Augeninnendruckes und die Beurteilung des Sehnervs. Der auch Glaukom genannte Grüne Star gilt als die häufigste durch Vorsorge vermeidbare Erblindungsursache. "Der Berufsverband der Augenärzte wäre liebendgerne bereit, mit den gesetzlichen Krankenversicherungen eine einvernehmliche Regelung zur Vorsorgeproblematik zu finden", so Dr. Joachim Stryz, Vorsitzender des BVA Bayern.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

Zum Seitenanfang