Pressearchiv BVA 2001

Augenärzte und Augenoptiker warnen vor Fertigbrillen

Düsseldorf, 30.05.2001

Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) und der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) warnen vor dem Gebrauch von Fertigbrillen zur Korrektion einer Fehlsichtigkeit. Die im Einzelhandel oft als "Schnäppchen" angebotenen Brillen suggerieren dem Kunden, daß er zu einem vermeintlich günstigen Preis wieder optimal sehen kann und dazu lediglich seine Dioptrie-Werte benötigt. Insbesondere Menschen mit beginnender Alterssichtigkeit nutzen diese Brillen oft zum Lesen, verzichten dabei auf eine individuell auf ihre Fehlsichtigkeit angepaßte Brille.

Der anfänglich angenehme Umstand, jetzt wieder besser lesen zu können, kann sich bei mittel- und langfristigem Gebrauch schnell ändern und mit Kopfschmerzen, Schwindelgefühle oder schmerzenden Augen bemerkbar machen.

Denn beim Kauf einer Fertigbrille fehlt die qualifizierten Messung der Fehlsichtigkeit, die individuellen Beratung und der professionellen Anpassung der Brille. Hier sind Augenärzte und Augenoptiker gemeinsam Fachleute. Die Sehprobleme des Menschen sind so einzigartig wie ihre Korrektion. Angesichts von rund 720.000 verschiedenen optischen Korrektionsmöglichkeiten pro Auge kann man sich vorstellen, daß die Wahrscheinlichkeit, eine passende Fertigbrille für sich zu finden, gegen Null geht.

Bei den meisten Menschen ist die Fehlsichtigkeit auf beiden Augen unterschiedlich ausgeprägt. Fertigbrillen verfügen aber nur über Gläser mit jeweils gleicher Korrektionswirkung. Zusätzlich haben rund 2,5 Millionen Brillenträger eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), die nur mit besonderen Brillengläsern korrigiert werden kann. Außerdem müssen die Brillengläser millimetergenau zentriert, das heißt auf die individuelle Pupillendistanz zentriert werden. Fertigbrillen eignen sich daher nicht zum Ausgleich der Fehlsichtigkeit. Nur aufgrund der Ergebnisse verschiedener Messungen beim Augenarzt und Augenoptiker kann dann eine individuelle Brille gefertigt und angepaßt werden, die exakt auf die Fehlsichtigkeit und persönlichen Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt ist.

Daher raten Augenärzte und Augenoptiker gemeinsam: Hände weg von Fertigbrillen. Diese eignen sich höchstens für Notfälle. Wer Sehprobleme hat, sollte sich aber in jedem Fall an einen Fachmann wenden.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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