Pressearchiv BVA 2001

Pollenflug: Kraftprobe für die Augen

Düsseldorf, 01.03.2001 -

Augenärzte empfehlen dringend: Jede Bindehautentzündung ernst nehmen! Oft verbergen sich keine Allergien, sondern schwerwiegende Augenkrankheiten dahinter

Alle Jahre wieder im Frühling: Kraftprobe für Allergiker, denn kaum fliegen die ersten Pollen, jucken und brennen die Augen. Bindehautentzündung heißt die Diagnose, die bei Menschen, die an Heuschnupfen leiden, saisonal auftritt. Das sogenannte "Rote Auge" ist die häufigste Augenerkrankung, die neben Allergien auch viele andere Ursachen, wie z.B. Zugluft oder Rauch, Bakterien und Viren, Fremdkörper oder Allgemeinerkrankungen haben kann. Da sich hinter jeder Bindehautentzündung auch schwerwiegende Augenkrankheiten, wie z.B. eine Regenbogenhautentzündung oder ein grüner Star verbergen können, hat der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) noch einmal darauf hingewiesen, dass Betroffene bei einer Bindehautentzündung unbedingt einen Augenarzt aufsuchen sollten. Denn bei jeder Bindehautentzündung, die länger als 24 Stunden unbehandelt andauert oder aufgrund von Eigendiagnose falsch behandelt wird, besteht die Gefahr, dass die Augen einen irreparablen Schaden nehmen.

Wenn die Augen jucken und brennen

Augenbrennen, Jucken, Kratzen oder Fremdkörpergefühl sind die typischen Beschwerden einer Bindehautentzündung. Auffälligstes Merkmal sind die roten Augen, denn die Blutgefäße der Bindehaut schwellen durch die Entzündung an. Oft sind morgens die Lider verklebt, Schleim und Sekret auf der Hornhaut trüben die Sicht. Das "Rote Auge" kann neben Allergien und Umweltreizen, Bakterien und Viren, auch durch Verletzungen oder anderweitige Entzündungen im Auge hervorgerufen werden. In jedem Fall sollten die vielfältigen möglichen Ursachen der Bindehautentzündungen von einem Augenarzt untersucht werden, um mögliche Langzeitschäden am Auge zu vermeiden.

Warnsignal Bindehautentzündung: Nicht selten stecken schwerwiegende Augenkrankheiten dahinter

Nicht immer sind die entzündeten, roten Augen Ausdruck einer allergischen Reaktion oder das Ergebnis von entzündungsfördernden Umweltreizen. Vielmehr ist die vermeintliche Bindehautentzündung oft nur Symptom einer anderen Augenkrankheit. So werden auch Verletzungen der Hornhaut, Regenbogenhaut oder Lederhaut sowie Entzündungsprozesse in anderen Bereichen des Auges von den Betroffenen zunächst als unangenehme, aber vermeintlich harmlose Bindehautentzündung wahrgenommen und der Arztbesuch erst einmal verschoben. Augenschmerzen, die als tief liegend empfunden werden, Sehverschlechterung oder eine einseitige Veränderung der Pupillen können signalisieren, dass sich hinter der scheinbaren Bindehautentzündung eine ernstere Augenerkrankung verbirgt. Spätestens wenn diese Warnsignale auftreten, sollten die Betroffenen unbedingt einen Augenarzt aufsuchen, da die Beschwerden ernster Augenkrankheiten teilweise nicht von denen einer harmlosen Bindehautentzündung zu unterscheiden sind. Oft können ir reparable Augenschäden dann nur noch vermieden werden, wenn der Arzt schnell die richtige Behandlung einleitet. Besondere Gefahr geht von der plötzlichen Steigerung des Augeninnendrucks aus, dem sogenannten akuten Glaukomanfall, der auch Symptome einer Bindehautentzündung aufweisen kann und deshalb oft unterschätzt wird. "Gerade in solchen Fällen kann das Sehvermögen nur durch eine sofortige augenärztliche Behandlung gerettet werden", warnt Dr.med. Georg Eckert, Vorsitzender des Presserates des BVA.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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