Pressearchiv BVA 2002

Fliegende Mücken und schwarze Fädchen im Auge behalten

Düsseldorf, 20.06.02 - Berufsverband der Augenärzte: Symptome der Glaskörpertrübung können gefährlich sein.

Früher oder später macht jeder Mensch Bekanntschaft mit ihnen: Den kleinen Punkten, Fädchen oder fliegenden Mücken, die ganz plötzlich auftauchen und langsam durch das Blickfeld schweben. Diese schwarzen Gebilde sind keine optische Täuschung oder Einbildung. Sie existieren wirklich. Nur fliegen sie nicht im Raum, sondern schwimmen im Auge. In vielen Fällen sind harmlose Glaskörpertrübungen die Ursache dieser fliegenden Mücken, den "mouches volantes". Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) warnt jedoch vor einer Verharmlosung, dass sich ernste Erkrankungen wie Entzündungen oder Blutungen genauso äußern können: "Nur eine augenärztliche Untersuchung kann einwandfrei klären, ob die Netzhaut beschädigt ist oder tatsächlich nur eine altersabhängig zunehmende Glasköpertrübung des Auges Ursache der Beschwerden ist", erklärt Prof. Bernd Bertram, zweiter Vorsitzender des BVA. "Bei jahrelang gleichbleibenden mouches volantes besteht keine Gefahr für das Auge. Nur bei einer deutlichen Zunahme oder Veränderung der Symptome sollte unbedingt der Augenarzt aufgesucht werden, um ernste Schädigungen auszuschließen."

Wie entsteht eine Glaskörpertrübung?

Der hintere Teil des Auges besteht zum größten Teil aus dem Glaskörper, einer ursprünglich klaren, geleeartigen Masse. Schon in der Jugend beginnt diese sich allmählich zurückzubilden. Einige der feinen kollagenhaltigen Fasern - das Gerüst für die geleeartige Masse - verändern sich und tauchen dann als fliegende Mücken in unserem Gesichtsfeld auf. Der Verlauf der Rückbildung ist individuell unterschiedlich. Wer kurzsichtig ist, wird die fliegenden Mücken meist etwas früher entdecken. Auf die Sehschärfe haben sie keinen wesentlichen Einfluss. Viele Menschen empfinden diese "Erscheinungen" jedoch als sehr störend und erschreckend: "Um die harmlosen mouches volantes zu entfernen, käme theoretisch eine Glaskörper-Operation in Frage. Die Risiken stehen aber in keinem Verhältnis zum Ergebnis und der Notwendigkeit", so Prof. Bertram.

Ernste Erkrankung ausschließen

Fliegende Mücken können jedoch auch auftreten, wenn sehr ernste Ursachen dahinterstecken: Netzhautlöcher, Entzündungen oder Einblutungen der hinteren Augenabschnitte äußern sich genauso. Diese Erkrankungen können sogar bis zur Erblindung führen. "Kein verantwortungsvoller Augenarzt wird bei solchen Symptomen sofort die Diagnose von harmloser Glaskörpertrübung stellen, sondern erst sehr genau die Netzhaut untersuchen", so Dr. Thomas Scharmann, Augenarzt und Präsident der Gemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände Bayerns. Bei vergrößerter Pupille kann der Augenarzt einwandfrei klären, welcher Grund für die Beschwerden vorliegt. In höherem Alter treten die fliegenden Mücken manchmal sehr plötzlich auf, weil sich der Glaskörper von seiner Unterlage löst und so für dramatische Veränderungen sorgt. "Ob Netzhauteinrisse, Glaskörpertrübungen oder -blutungen aufgetreten sind, kann nur durch eine exakte augenärztliche Untersuchung erkannt und richtig eingeschätzt werden", meint Dr. Scharmann.

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Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
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