Pressearchiv BVA 2002

Brille wie Pille - nur auf ärztliches Rezept!

Düsseldorf, 14.02.02 - Berufsverband der Augenärzte: Brillenkauf ohne vorherige Untersuchung kann ins Auge gehen

Rund 65 Prozent der Deutschen benutzen im Alltag eine Sehhilfe, meist das herkömmliche Hilfsmittel - die Brille. Soll die Brille nur ein Life-style-Artikel oder modisches Accessoire sein, kann sie problemlos im Brillengeschäft besorgt werden. Liegt aber eine Sehschwäche vor, sollte eine Brillenverordnung beim Augenarzt eingeholt werden. Eine Fehlsichtigkeit ist nicht immer eine harmlose Abweichung der Norm, sondern Anzeichen für eine krankhafte Veränderung des Auges. Daher warnt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) vor unbedachtem Brillenkauf: "Wie für die Pille ist auch für die Brille vor dem Kauf eine gründliche Untersuchung und Bestimmung der Werte beim Arzt notwendig. So können individuelle Besonderheiten wie eine Hornhautverkrümmung berücksichtigt und ernste Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden", erklärt Dr. Uwe Kraffel, Vorsitzender des BVA. "Eine ganze Reihe von Krankheiten hinterlassen deutliche und typische Zeichen am Auge, die nur der qualifizierte Augenarzt erkennt".

Schlimme Erkrankungen vermeiden

Im Zusammenhang mit der Brillenverordnung findet beim Augenarzt eine umfassende Untersuchung des Auges statt. Diese kann nicht nur Informationen über die nötige Sehstärke liefern, sondern auch über eventuell vorliegende Augen- und allgemeine Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder rheumatische Erkrankungen. Der gefürchtete Grüne Star - in der Regel nicht schmerzhaft - wird von Betroffenen viel zu spät bemerkt und zählt daher zu den häufigsten Erblindungsursachen in Deutschland. "Diese heimtückische Erkrankung kann nur von einem Augenarzt durch eine Kombination von mehreren Untersuchungen diagnostiziert und behandelt werden", so Dr. Kraffel.

Regelmäßige, qualifizierte Untersuchung

Ein Augenarzt erlernt im mindestens sechsjährigen Studium und fünfjähriger Facharztausbildung die komplizierte Verflechtung des Auges mit dem Gesamtorganismus. Vor allem aber, wie sich dessen Erkrankungen am Auge auswirken und erkannt werden können. Bei jeder Art von Fehlsichtigkeit treten vermehrt bestimmte krankhafte Veränderungen auf, die nur vom Arzt diagnostiziert und behandelt werden können. "Die Augen sollten jedem Menschen wichtig genug sein, um regelmäßig und qualifiziert beim Augenarzt untersucht zu werden", meint Prof. Bertram, 2. Vorsitzender des BVA. "Wenn jemand Angst vor der Behandlung beim Zahnarzt hat, ist das für Viele nachvollziehbar. Dagegen ist die Behandlung und Therapie beim Augenarzt meist schmerzfrei und außerordentlich erfolgreich. Selbst viele Operationen erfolgen heute ohne Spritze".

Fortschritt der Medizin

Die moderne augenärztliche Praxis läßt sich nicht mit einer Praxis vor 10 oder 20 Jahren vergleichen. Durch modernste diagnostische und therapeutische Methoden sind hervorragende und schnelle Behandlungserfolge möglich. "Die Behandlung des Grauen Stares und der Diabetesveränderungen am Auge sind sehr erfolgreich geworden", so Prof. Bertram. "Eines hat sich jedoch nicht geändert: Die Augenheilkunde ist nicht einfacher geworden. Mehr denn je sind Erfahrung, Qualifikation und Kompetenz gefragt - auch bei der richtigen Brillenverordnung".

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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