Pressearchiv BVA 2004

Berufsverband der Augenärzte fordert KBV auf, fest vereinbarten Punktwert einzuhalten - Ärzten droht beim neuen EBM der Entzug jeglicher Kalkulationsgrundlage

Düsseldorf, 11 Oktober 2004 - Ein Brötchen ist ein Brötchen, bleibt ein Brötchen und kostet zurzeit 45 Cent. Mit diesem Preis kann der Bäcker kalkulieren, planen, Mitarbeiter einstellen und investieren. Eine Arztpraxis ist nichts anderes als ein kleiner, manchmal mittelständischer Betrieb, bei dem die gleichen betriebswirtschaftlichen Grundsätze gelten (sollten).

Ärzte haben in den letzten Jahren diverse Gebührenordnungen aushalten müssen. Im Unterschied zur freien Wirtschaft wird nicht in festen Beträgen - DM oder Euro - gerechnet, sondern in "Punkten". Den Wert eines Punktes erfahren Arzt oder Patient etwa sechs bis sieben Monate nach Erbringen der Leistung.

Unter anderem hat dieser Anachronismus dazu geführt, wieder einmal eine neue Gebührenordnung (EBM) zu wollen, die zum 1. Januar des neuen Jahres eingeführt werden soll.

Gebührenordnungen kommen wie Heuschreckenplagen über die Ärzte: Da insgesamt nicht mehr Geld ausbezahlt wird, sind das reine Nullsummenspiele, bei denen eine Partei nur gewinnen kann, wenn gleichzeitig eine andere verliert. Zudem dauert es immer erhebliche Zeit, bis die neue Gebührenordnung verstanden und richtig angewandt wird.

Ein wesentlicher Grund für eine neue Gebührenordnung zum jetzigen Zeitpunkt besteht darin, einen festen Punktwert zu vereinbaren, um oben erwähnten Anachronismus aufzuheben. Genau dieser feste Punktwert wird zurzeit in Frage gestellt: Der gesamte neue EBM ist mit einem Punktwert von 5,11 Cent kalkuliert. Würde die KBV jetzt einen niedrigeren Punktwert akzeptieren, würde entweder bewiesen, dass die gesamte Kalkulation nichts wert ist, oder kostenintensive leistungsfähige Praxen würden bewusst zum Bankrott freigegeben.

"Seit Jahren wird seitens des Ministeriums behauptet, es würde eine Überversorgung bestehen. Vor diesem Hintergrund ist es absolut unverständlich, wenn Staatssekretär Dr. Schröder nun plötzlich die KBV dazu auffordert, einer weiteren Mengenausweitung Raum zu schaffen" oder "wackelt der fest vereinbarte Punktwert, dann wackelt eine wesentliche Säule, dann könnte der neue EBM ins Wanken geraten und hinfällig werden", so Dr. Kraffel, 1. Vorsitzender der Berufsverbandes der Augenärzte.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
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