Pressearchiv BVA 2004

Augen für eine Goldmedaille

Düsseldorf, 11.08.2004 - In Athen vollbringen die Olympioniken dieses Jahr wieder Höchstleistungen. Ständig werden neue Hightech-Gerätschaften und -Sportkleidung entwickelt, um die Ergebnisse zu optimieren. Umso mehr verwundert es, dass einem wesentlichen Faktor beim Sport wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird: den Augen.

30 bis 40 % der Wettkämpfer mit beeinträchtigtem Sehvermögen korrigieren ihre Fehlsichtigkeit beim Sport nicht. Dabei werden 95 % der Bewegungen dabei durch das Auge kontrolliert und korrigiert. Somit ist das gute Sehen für die meisten Sportarten eine elementare Voraussetzung, die die Leistung und auch die Sicherheit merklich beeinflusst. Das hat Dr. Dieter Schnell, Augenarzt und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) und Leiter des Ressorts Sportophthalmologie des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA), durch Untersuchungen bestätigt. Und doch kennen von den 52 deutschen Sportverbänden nur fünf eine Sehprüfung für Leistungssportler oder Wettkampfrichter, und bei der Trainerausbildung findet dieses Thema kaum Beachtung. Eine ebenso wichtige und unterschätzte Rolle wie die Korrektur der Fehlsichtigkeit beim Sport spielt der Schutz der Augen vor Verletzungen und physikalischen Einflüssen von Wind und Sonnenstrahlung. Das gilt für Medaillenjäger wie für Freizeitradler. Der BVA in Düsseldorf rät, unbedingt eine geeignete Sonnen- beziehungsweise Schutzbrille für die jeweilige Sportart zu tragen. "Sportler, bei denen Augenkrankheiten oder Gefährdungen vorliegen, sollten regelmäßig zur Kontrolle gehen", so Dr. Uwe Kraffel, Erster Vorsitzender des BVA. Das Motto "zur Sicherheit zum Augen-Arzt" hat seine Begründung: "Einige Sportarten wie Joggen, Boxen oder Fußball, bei denen der Kopf spürbaren Erschütterungen ausgesetzt ist, dürfen diese Menschen unter Umständen nur bedingt oder unter bestimmten Auflagen ausüben, da Blutungen die Folge sein können."

Kontaktlinsen müssen das Auge atmen lassen

Wer eine Sehschwäche hat, tut sich in vielen Sportarten mit einer Brille schwer. Entweder geht sie leicht verloren oder schränkt das Gesichtsfeld zu sehr ein. Unscharfes oder mangelndes räumliches Sehen senkt nicht nur die Leistung, sondern erhöht auch das Unfallrisiko. Abhilfe schaffen Kontaktlinsen, die jedoch den besonderen Anforderungen eines Sportlers und seiner Sportart gewachsen sein müssen - egal ob für den Profi- oder den Freizeitsportler. Dr. Schnell weist auf die wichtigsten Punkte hin: "Falsche oder schlecht angepasste Kontaktlinsen können den Stoffwechsel der Hornhaut stark beeinträchtigen. Dies gilt vor allem für den Sport: Das Auge wird dabei durch die Veränderungen im übrigen Körper, wie Säuerung, Sauerstoff- und Zuckermangel, beeinträchtigt. Aus diesem Grund sollte man bei einer solchen Mehrbelastung hochsauerstoffdurchlässige Linsen verwenden, die Wärme nach außen ableiten und außerdem keine allzu starke Verdunstung der Tränenflüssigkeit zur Folge haben. Für Sportarten im Freien sollten sie zusätzlich einen UV-Schutz gewährleisten." Ein optimaler Sitz und ein gutes Verhalten ist auch bei schnellen Bewegungen, bei Gegenwind und staubiger Sporthallenluft sehr wichtig. Um die richtigen Linsen für die jeweilige Sportart zu erhalten, empfiehlt es sich, Kontaktlinsen vom Augenarzt präzise anpassen und sie regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Schutz vor Wind und Schlägern

Ob fehlsichtig oder nicht, ein stabiler Augenschutz ist bei vielen Sportarten empfehlenswert. Denn so unterschiedlich wie die Disziplinen, so vielfältig sind die Gefahren für das Augenlicht. Sportarten wie Squash oder Eishockey bergen ein vergleichsweise hohes Verletzungsrisiko in sich, da Ball oder Schläger mit hoher Geschwindigkeit ins Auge treffen und Schäden bis hin zur Erblindung anrichten können. Generell rät der BVA beim Sport zur Sonnen- und Schutzbrille aus bruchsicherem Material. Dr. Kraffel: "Wichtig ist, dass das Auge rundum abgedeckt ist. Beim Fahrradfahren beispielsweise muss die Brille Gegenwind und kleine Insekten abhalten und sollte daher eng anliegen. Und bei jeder Sportart im Freien ist auf einen ausreichenden UV-Schutz zu achten, besonders natürlich in der intensiven Höhensonne beim Skifahren oder Bergsteigen." Für unterschiedliche Sportarten bieten sich verschiedene Tönungen der Gläser an, die bei schlechter Sicht kontrastverstärkend wirken und bei extremer Helligkeit die Beleuchtungsintensität normalisieren. Für Wassersportarten wie Schwimmen und Tauchen gibt es spezielle Schutzbrillen, unter denen Kontaktlinsen getragen werden können.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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