Pressearchiv BVA 2004

20.000 Deutsche sind bereits erblindet - Vorsorge rettet Augenlicht

Düsseldorf, 08.05.2004 - 20.000 Deutsche sind bereits erblindet - Vorsorge rettet Augenlicht
Aktionswoche gegen den Grünen Star startet am 10. Mai

Mehr als eine Millionen Deutsche leiden schon heute unter der Augenerkrankung Grüner Star (Glaukom), etwa 20.000 sind bereits daran erblindet. Da ein Glaukom im Anfangsstadium keine Beschwerden verursacht, wird das Problem oft viel zu spät erkannt. Augenärzte schätzen die Dunkelziffer der Betroffenen sehr hoch. Um die Bevölkerung über die schweren Folgen von Glaukom aufzuklären und die Vorsorgesituation zu verbessern, läuft vom 10. bis 14. Mai die bundesweite Aktionswoche gegen den Grünen Star. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) stellt in dieser Woche gemeinsam mit dem Selbsthilfeverband Initiative Glaukom e.V. und mit dem Deutschen Grünen Kreuz e.V. umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung. "Eine Erblindung durch ein Glaukom lässt sich fast immer vermeiden, wenn dieses rechtzeitig genug aufgefunden wird", weiß Dr. Uwe Kraffel, 1. Vorsitzender des BVA. "Dabei darf auf keinen Fall eine alleinige Augeninnendruck-Messung durchgeführt werden, da dabei die Hälfte aller Glaukom-Erkrankungen übersehen wird."

So wird der Grüne Star aufgespürt

Etwa fünf Prozent aller über 40-Jährigen sind schon heute an einem Glaukom erkrankt. Eine weitere Zunahme der Erkrankungen lässt sich nur verhindern, wenn ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig einmal im Jahr die Glaukom-Vorsorge in Anspruch genommen wird. Die Messung des Augeninnendrucks ist immer noch ein wichtiger Hinweis auf eine mögliche Erkrankung. Dafür setzt der Augenarzt einen kleinen Messkörper auf die Hornhautoberfläche und bestimmt so den Augeninnendruck. "Dennoch sollte man sich nicht nur auf den Druck verlassen", erklärt Dr. Kraffel. "Insbesondere die genaue Inspektion des Sehnervs ist wichtig, um Schäden ausschließen zu können." Wenn die Ergebnisse der Untersuchungen auf eine Glaukom-Erkrankung hindeuten, überprüft der Augenarzt im Anschluss auch das Gesichtsfeld des Patienten. Die Einschränkung des Gesichtsfeldes ist ein typisches Zeichen für den Grünen Star, bei fortgeschrittener Krankheit breiten sich Lücken im Gesichtsfeld flächenartig aus, der Sehnerv wird nach und nach zerstört. Dann kann teilweise nur noch eine Operation die einzige Rettung vor einer weiteren Verschlechterung sein, wenn der Sehnerv noch nicht irreparabel vernichtet ist. Frühzeitig erkannt kann man den Grünen Star jedoch sehr gut medikamentös behandeln.

Aktionswoche bietet Info-Hotline

An der Aktionswoche Glaukom beteiligen sich vom 10. bis 14. Mai Augenärzte, Gesundheitsämter und Apotheken im gesamten Bundesgebiet. Insgesamt können Interessierte sich bei über 1.000 Aktionspartnern informieren und dort eine kostenlose Glaukom-Broschüre bekommen. Am Mittwoch, den 12. Mai, wird von 14 bis 16 Uhr eine kostenlose Telefonberatung angeboten. Unter der Rufnummer 0800/0112118 stehen Augenärzte für Fragen rund um das Thema Grüner Star zur Verfügung.

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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