Pressearchiv BVA 2005

Woche des Sehens: Altersabhängige Makuladegeneration kann zu Erblindung führen - Berufsverband der Augenärzte rät: Gesund und aktiv leben

Düsseldorf, 10. Oktober 2005 – Heute startet bundesweit die Woche des Sehens. Unter dem Motto "Blindheit verstehen. Blindheit verhüten" werden die neun Trägerorganisationen in der Woche durch eine Vielzahl von Aktionen auf die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern hinweisen. Ein wichtiges Thema für den Berufsverband der Augenärzte (BVA) ist in diesem Jahr die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), welche bis zur Erblindung führen kann. Diese Augenkrankheit tritt meist nach dem 50. Lebensjahr auf. Zwei Millionen Deutsche sind derzeit von einer AMD betroffen, bis 2020 können es sogar sechs Millionen werden. Die Makula enthält die wichtigsten Sinneszellen des Auges und ermöglicht genau das scharf zu sehen, was man gerade betrachten möchte. Generell wird bei der AMD zwischen zwei Formen unterschieden: Einmal die trockene Form, von der 90% der Patienten betroffen sind und bei der sich Stoffwechselprodukte in der Netzhaut ablagern und die Sehzellen schädigen. Bei der feuchten Form, an der in Deutschland 200.000 Patienten leiden, wuchern Gefäße aus der Aderhaut in die Netzhaut ein. „Als bislang wichtigste Therapieempfehlung bei der AMD gilt eine aktive und gesunde Lebensführung. Bewegung zur Kreislaufaktivierung, das Einstellen von Rauchen und eine vitaminreiche, gesunde Ernährung sind äußerst wichtig“, erklärt Prof. Bernd Bertram, Zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes für Augenärzte. Eine Studie belegt, dass Rauchen der einzige erwiesene kontrollierbare Risikofaktor für AMD ist. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zeigen, dass Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein mindestens doppelt so hohes Risiko tragen, an AMD zu erkranken und ihr Augenlicht zu verlieren. „Wie bei allen anderen Augenkrankheiten ist es auch bei der AMD sehr wichtig, regelmäßig einen Augenarzt aufzusuchen. Die Fachkompetenz für das Auge ist gerade bei derartigen immer weiter fortschreitenden Krankheiten nicht zu ersetzen“, sagt Dr. Uwe Kraffel, Erster Vorsitzender des Berufsverbandes der Augenärzte. Insbesondere bei verzerrtem Sehen und akuter Sehverschlechertung sollte sofort eine augenärztliche Untersuchung erfolgen, damit die beste Möglichkeit für eine Behandlung nicht verpasst wird.

Behandlungsmethoden erfolgsversprechend

Bei der trockenen Form einer altersabhängigen Makuladegeneration, die eher langsam und schleichend verläuft, können durch vergrößernde Sehhilfen, wie z.B. eine beleuchtete Leselupe, ein Bildschirmlesegerät oder Bücher im Großdruck, schon große Erfolge erzielt werden.

Bei Patienten mit feuchter AMD hilft eine Laserbehandlung, bei der die kranken Gefäße mit energiereichen Strahlen verödet werden. „Eine Laserbehandlung ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn sich die Gefäße nicht direkt in der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula, befinden.

Denn bei der Behandlung entstehen auch im intakten Gewebe Narben, die dem Sehen nur schaden würden“, sagt Prof. Bertram. Bei einer neuen Behandlungsform, der Photodynamischen Therapie, bilden sich kaum Narben. So kann man auch Gefäße innerhalb der Makula behandeln.

Dabei wird ein Farbstoff in die Armvene gespritzt. Dieser reichert sich in den krankhaften Gefäßen an und macht sie für energiearmes Laserlicht empfindlich. Mit dem Laserlicht werden dann gezielt die Gefäße zerstört ohne dass umliegendes Gewebe verletzt wird. Möglich wäre ebenfalls eine Operation, bei der die gesamte Netzhaut abgelöst wird und auf gesundes Gewebe verpflanzt werden kann. Dieses Verfahren nennt sich Makularotation.

Ziel ist es, die Stelle des schärfsten Sehens genügend weit von der defekten Gewebeschicht zu entfernen und auf gesundem Gewebe zu platzieren. Diese Operation hat allerdings einige Nachteile und ist noch keine Standardtechnik.

Gesunde Ernährung beugt der AMD vor

Das zunehmende Alter und das Rauchen sind die wichtigsten Risikofaktoren für die altersabhängige Makuladegeneration. Aber auch andere Umstände bergen ein erhöhtes Risiko, an AMD zu erkranken. Ein hoher Blutdruck ist vor allem für die feuchte Form der AMD ein Risikofaktor, während Rauchen eine allgemeine Gefahr birgt, an AMD zu erkranken. „Eine gesunde Ernährung schützt nachweislich vor AMD. Die in Obst und Gemüse enthaltenden Pigmentstoffe wirken sich positiv auf die zentrale Netzhaut auf und verringern so die Anfälligkeit für eine AMD-Erkrankung“, weiß Prof. Bertram. Untersuchungen lassen vermuten, dass eine Therapie mit Blutfett senkenden Medikamenten das AMD-Risiko für ebenfalls senken kann.


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