Pressearchiv BVA 2005

Spritzen gegen die Blindheit durch Makuladegeneration

Düsseldorf, 1. März 2005 – Einen erfolgreichen Schritt im Kampf gegen die Blindheit präsentierten heute der Berufsverband der Augenärzte (BVA) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).

Auf der Pressekonferenz zur Augenärztlichen Akademie Deutschland(AAD) stellten die Experten den aktuellen Stand medikamentöser Therapien in derAugenheilkunde vor.

Als wichtigste Nachricht für Patienten zeigte Prof. Frank Holz neue Therapiemöglichkeiten gegen die Volkskrankheit Altersabhängige Makuladegeneration (AMD).

Bei einer Form dieser Krankheit bilden sich schadhafte Gefäße im Auge, die Netzhautstellenzerstören und das Sehvermögen unter Umständen rapide einschränken. Nun können innovative Medikamente, die ins Auge gespritzt werden, diesen Prozess günstig beeinflussen. „Die Einführung der neuen Medikamente ist der Beginn einer neuen Ära in der Behandlung der AMD“,so Prof. Holz. „Eine Injektion in vier- bis sechswöchigen Abständen kann die Ansammlung von Flüssigkeit in der Netzhaut verringern und das Wachstum kranker Gefäße hemmen.“

Weiteres aktuelles Thema: Bei der Transplantation von Organen einer mit Tollwut infizierten Frauwurden auch zwei Patienten an der Universitäts-Augenklinik Mainz mit den Hornhäuten der Spenderin versorgt.

Prof. Norbert Pfeiffer gab heute bekannt, dass keiner der beiden Patienten dadurch mit Tollwut infiziert wurde. Die Sicherheit bei Hornhauttransplantationen ist sehr hoch. Er warnte deshalb davor, die Augenlicht rettenden Transplantationen aufgrund dieses Einzelfalls zukünftig in Frage zu stellen. Diese und weitere Neuerungen sind vom 1. bis 5. März Thema der AAD, der größten Weiterbildungsveranstaltung für Augenärzte in Deutschland.

Medikamente statt aufwendiger Lasertherapie

Die AMD ist mit den gestiegenen Lebenserwartungen der Menschen Erblindungsgrund Nummer Eins in den Industrienationen geworden und belastet allein in Deutschland über zwei Millionen Menschen. Es gibt eine trockene und eine feuchte Form dieser Krankheit. Eine Therapie gibt es bisher nur für die feuchte Form, doch die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt: Die schadhaften Gefäße wurden per Lasertherapie oder Photodynamischer Therapie verschlossen, was aber nur in einem bestimmten Krankheitsstadium erfolgreich war und mehrfach wiederholt werden musste. Aufgrund jüngster Erkenntnisse über die Entstehung der AMD hat die Medizin nun den völlig neuartigen Behandlungsansatz der medikamentösen Therapie entwickelt, die eine weitere effektive Therapieoption beibestimmten Stadien der feuchten Makuladegeneration bietet. In den USA ist eines der beiden neuenPräparate (Macugen) bereits seit Dezember 2004 zugelassen. In Deutschland kann es bisher nur überAuslandsapotheken bezogen werden. Wann Ärzte und Patienten mit der Zulassung hierzulanderechnen können, ist bisher noch nicht abzusehen.

Augenärztliche Weiterbildung vom 1. bis zum 5. März in Düsseldorf

„Wir freuen uns, dass sich dieses Jahr wieder rund 5.000 Teilnehmer zur Augenärztlichen AkademieDeutschlands angemeldet haben, um sich weiterzubilden“, so Dr. Uwe Kraffel, 1. Vorsitzender desBVA. Weitere Themen der Pressekonferenz waren Behandlungsmöglich-keiten des Glaukoms (GrünerStar), der Einsatz innovativer Augenmedikamente und die Kostenentwicklung medikamentöserTherapien sowie die Zusammenhänge zwischen plötzlichen Gesichtsfeldausfällen und Schlaganfall. Den diesjährigen Medienpreis des Berufsverbandes der Augenärzte erhielten Kai Martin Klindt, Redaktion Apotheken Umschau, und die Medizin-Redaktion des WDR für besonders herausragenden Berichte aus dem Bereich der Augenheilkunde.


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Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
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