Pressearchiv BVA 2005

Facharzt bleibt erster Ansprechpartner für Augenpatienten

19.01.2005

Es mag die durchfeierte Partynacht sein, wenn man morgens mit roten Augen in den Spiegel schaut.

Doch so einfach lässt sich eine Rötung des Auges leider selten erklären. Die möglichen Ursachen für dieses Symptom sind vielfältig und können im schlimmsten Fall das Augenlicht kosten. Rote Augen sind also ein Fall für den Augenarzt. Was viele nicht wissen: Auch mit den neuen Regelungen des Gesundheitssystems können Patienten den Augenarzt ohne Überweisung vom Hausarzt aufsuchen - und das erspart doppelte Ausfallzeiten, Kosten und eine verzögerte Hilfe. Wie Gynäkologen und Jugend- und Kinderärzte bleiben Augenärzte weiter primäre Anlaufstelle, eine Überweisung vom Hausarzt ist nicht nötig. Grund: Das Auge als ein komplexes Organ wird von Krankheiten befallen, die nur in einer differenzierten Diagnostik beim Facharzt erkannt und richtig therapiert werden können. Schon ein Fremdkörper, der sich in die Hornhaut gespießt hat oder unter das Lid gerutscht ist, fordert den Facharzt mit seinem Know-how und seinen auf das Auge spezialisierten Instrumenten: Augenspiegel und Biomikroskop (Spaltlampe). "Bei Augenproblemen ist der Besuch beim Facharzt für den Patienten in der Regel unumgänglich", so Dr. Uwe Kraffel, 1. Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte (BVA). "Facharztkompetenz fürs Auge ist enorm wichtig, vor allem im Sinne kostenbewusster Versorgung. Wer gleich zum Facharzt mit der richtigen Ausbildung für ein Problem geht, dem wird mit weniger Kostenaufwand schneller und gezielt geholfen."

Spezialdiagnose und heikle Medikation - der Experte ist gefragt

Eine schwere Augenkrankheit, die im akuten Fall zu einer starken Rötung der Augen führen kann, ist das Glaukom (Grüner Star). Unerkannt führt es bis im schlimmsten Fall zur Blindheit. Eine erfolgreiche Therapie ist möglich, vorausgesetzt der Betroffene nutzt rechtzeitig die Möglichkeit, zum Augenarzt zu gehen. Da besonders beim so genannten Engwinkelglaukom eine Rötung der Augen auftritt, führt dieser zur Diagnose des Glaukoms Maßnahmen wie eine Überprüfung der Abflussmöglichkeiten des Kammerwassers durch. Für diese Methoden hat nur der Spezialist die richtigen Instrumente zur Verfügung. Ähnlich verhält es sich in anderen Fällen: Wer bei geröteten Augen auch noch einen Nebelschleier oder Punkte vor dem Auge sieht, leidet möglicherweise an einer Entzündung: Die Iris oder der hintere Augenabschnitt können gleichermaßen betroffen sein. Die richtige Therapie ist eine Gratwanderung. Prof. Chris Lohmann, kommissarischer Direktor der Augenklinik rechts der Isar in München, spricht für den BVA: "Stellt man eine solche intraokulare Entzündung fest - und dazu benötigt man die Spaltlampe des Augenarztes - ist möglicherweise eine Behandlung mit kortisonhaltigen Augentropfen nötig. Mit Kortison muss man jedoch im Augenbereich sehr aufpassen, da es den Augendruck steigern oder zu einer Linsentrübung führen kann. Dafür ist die ganze Erfahrung des Arztes, sprich des Augenarztes, gefragt, um Chancen und Risiko einer solchen Therapie sorgfältig abzuwägen."

Augenarzt als erste Anlaufstelle

Wer mit roten Augen im Wartezimmer des Hausarztes sitzt, muss in den allermeisten Fällen mit einer Überweisung zum Augenarzt rechnen. Bei manchem Patienten etwa haben die roten Augen ihre Ursache auch in einer Veränderung des Tränenfilms. Dieser muss dann medikamentös verbessert werden, doch das ist schwierig und erfordert die Erfahrung des Fachmanns. Ähnlich gelagert das Beispiel Kontaktlinsenträger: Bei ihnen treten rote Augen immer häufiger auf, weiß Dr. Gerald Böhme, Ressortleiter "Kontaktlinsen" im BVA: "Bei der Anpassung und Kontrolle von Kontaktlinsen ist der Facharzt sehr wichtig. Viel zu häufig kommen Patienten erst zu uns, wenn die Linsen schon schlimme Beschwerden hervorrufen. Ursachen sind oft Hygienefehler, in immer mehr Fällen aber nicht fachgerecht angepasste Linsen. Wir Augenärzte stellen dann häufig eine Hornhautentzündung oder sogar ein Geschwür fest."


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