Pressearchiv BVA 2006

Kein Geld, keine Brille? - Brillenträgerin fordert in einer aktuellen Petition Kostenübernahme für Sehhilfen

Düsseldorf, 24. Juli 2006 – Stellen Sie sich vor, die Straßenschilder verschwimmen vor den Augen und die Arme sind nicht mehr lang genug, um bequem die Tageszeitung zu lesen. In Deutschland sind mehr als 40 Millionen Erwachsene ab 16 Jahren und 1,5 Millionen Kinder zwischen 2 und 15 Jahren auf eine Brille angewiesen.(1) Doch was passiert mit den Menschen, die eine Brille nicht mit eigenen finanziellen Mitteln bezahlen können? Mit der Gesundheitsreform 2004 ist der Leistungsanspruch bei der Versorgung mit Sehhilfen auf Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sowie auf schwer sehbeeinträchtigte Versicherte begrenzt worden. Das heißt für alle anderen Personenkreise, die gesetzlich versichert sind, dass sie sämtliche Kosten für Sehhilfen selbst tragen müssen.(2) Am 07. Juni hat eine Bremerin nun eine öffentliche Petition eingereicht, wie auf der Website des Deutschen Bundestages zu lesen ist. Die Brillenträgerin fordert, dass die Kosten für eine neue Brillenfassung durch die gesetzlichen Krankenkassen wieder übernommen werden. Sie erklärt, dass sie dringend eine neue Brille benötige, sich diese aber nicht leisten könne. „In manchen Fällen ist es durchaus möglich, dass sich die Kosten einer Brille, trotz günstiger Fassung, auf mehr als 500 Euro belaufen“, erklärt Dr. Georg Eckert, Pressereferent des Berufsverbandes der Augenärzte e.V. (BVA) und niedergelassener Augenarzt. Der hohe Preis ist durch die aufwendige Herstellung der Gläser zu erklären. Doch für Menschen mit einer Sehstörung ist die Brille lebensnotwendig. „Ohne entsprechende Sehhilfe sind Betroffene im alltäglichen Leben stark eingeschränkt, sei in der Ausübung des Berufes oder im Straßenverkehr“, sagt Dr. Eckert. Die Petition wird derzeit von über 500 Mitzeichnern unterstützt.(3) Durch das Petitionsrecht in der Bundesrepublik Deutschland steht der direkte Weg zum Parlament für alle Menschen offen. Ist eine Petition ordnungsgemäß eingereicht, muss sich der Bundestag mit dem Anliegen beschäftigen, wie auch in diesem Fall. Noch bis zum 10. August können Mitzeichner die Petition der Bremerin unterstützen. Der Berufsverband der Augenärzte e.V. weist zusätzlich darauf hin, dass die Ursachen einer Sehminderung oft nicht bei einer womöglich unzureichenden Brille zu suchen sind. Jede Veränderung der Sehschärfe kann ein Alarmsignal für eine Erkrankung des Auges sein. Der BVA empfiehlt daher mindestens eine augenärztliche Untersuchung pro Jahr. Internetlink zur Petition:

http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=189


(1) Berufsverband der Augenärzte e.V.
(2) Vgl. Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
(3) www.bundestag.de

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presse(at)augeninfo.de,
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