Pressearchiv BVA 2006

Trockenes Auge - nicht länger ein Tabu für Kontaktlinsen vom Augenarzt


Downloads

13.05.2006 - Zu den wichtigsten Voraussetzungen für beschwerdefreies Kontaktlinsentragen gehört ein gesundes Auge mit intaktem Tränenfilm. Aber leider sind Benetzungsstörungen sehr weit verbreitet, man spricht bereits von einer Volkskrankheit. Das Trockene Auge kann erhebliche Beschwerden verursachen und tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Für Kontaktlinsenträger bedeutete der Beginn der Benetzungsstörungen bisher Abschiednehmen von ihrer unsichtbaren Sehhilfe. Erst recht musste der Augenarzt Kontaktlinsen-Interessenten, die bereits unter einem Trockenen Auge leiden, von einem Trageversuch abraten.

„Früher galt, dass man bei Trockenem Auge nie Kontaktlinsen anpassen sollte“, bestätigt Dr. Thomas Kaercher, Oberarzt der Augenklinik Ludwigshafen, „heute können wir unseren Patienten sehr oft ihren Wunsch erfüllen und zwar mit einer individuellen Strategie, speziell auf das Auge und die Art der Störung abgestimmt. So stehen uns jetzt z.B. Kontaktlinsen mit Materialeigenschaften zur Verfügung, die das Verdunsten der Tränenflüssigkeit vermindern, die also das Auge länger feucht halten.“

Dr. Kaercher berichtet auf dem Kontaktlinsen-Kongress des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) am 13. und 14. Mai in Wiesbaden von einer unter Benetzungsstörungen leidenden Patientin, die eine solche Kontaktlinse nur auf einem Auge trug. Nach zwölf Stunden, von denen sie acht in der extrem trockenen Luft eines klimatisierten ICE-Zugs verbrachte, hatte sie die für ein Trockenes Auge typischen Beschwerden - allerdings nur einseitig; trocken war das Auge, das nicht von der Linse bedeckt war.

Ergänzend zu den speziellen Linsenmaterialien, die für Menschen mit Trockenem Auge geeignet sind, kann der Augenarzt mit Tränenersatzmitteln die Kontaktlinsenverträglichkeit erhöhen. Allerdings können längst nicht alle dieser heute erhältlichen künstlichen Tränen zur Nachbenetzung beim Kontaktlinsentragen verwendet werden. Auch für die Wahl des Kontaktlinsenmaterials ist die Art der Benetzungsstörung ausschlaggebend.

Genau wie der Kopfschmerz kann das Trockene Auge ganz unterschiedliche Ursachen haben. Bevor in irgendeiner Form in die Tränenfilmbildung eingegriffen wird, muss eine augenärztliche Diagnose gestellt werden. Um auch beim Trockenen Auge eine gute Kontaktlinsenverträglichkeit zu erreichen, muss der Augenarzt ein geeignetes Kontaktlinsenmaterial wählen, den passenden Tragerhythmus mit dem Patienten besprechen und eventuell eine Nachbenetzung nach einem individuellen Schema empfehlen.

Dr. Gerald Böhme, Leiter des Ressorts Kontaktlinsen im BVA, betont: „Zwar ist beim Trockenen Auge das Kontaktlinsentragen immer noch in vielen Fällen mit einem höheren Risiko behaftet. Doch heute kann der Augenarzt dank der Fortschritte in der medizinischen Kontaktologie nach eingehender Untersuchung der Hornhautoberfläche und der Beschaffenheit des Tränenfilms den meisten dieser Patienten die Freude am natürlichen Sehen mit Kontaktlinsen wieder ermöglichen.“

PDF Version

Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

Zum Seitenanfang