Pressearchiv BVA 2006

Vorsorge kann Wunder wirken - Berufsverband der Augenärzte: Prophylaxe kann vor Erblindung schützen

Düsseldorf, 11. April 2006 – Unsere Gesellschaft ist durch zwei Trends gekennzeichnet: Die Deutschen werden immer älter, ein Lebensalter von 100 Jahren ist keine Seltenheit mehr. Gleichzeitig sind die Menschen bis ins hohe Alter sehr aktiv in ihrem Alltags- und Freizeitverhalten. Da ist der Strandurlaub im Sommer, der Skiausflug in die Berge im Winter und das tägliche, sehr energiereiche Licht in den Großraumbüros. All diese Faktoren beanspruchen die Augen. „Je länger die Augen einem solchen Stress ausgesetzt sind, desto schneller können Veränderungen an Netzhaut und Augenlinse entstehen“, sagt Prof. Thomas Kohnen, Leitender Oberarzt der Universitätsaugenklinik in Frankfurt am Main und Mitglied des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA). Bei der Augenlinse kann es zu einer frühzeitigeren Ausbildung des Grauen Stars kommen. Auch das Glaukom (der Grüne Star), immer noch einer der häufigsten Erblindungsursachen in Deutschland, bei dem der Sehnerv beschädigt wird, tritt im fortgeschrittenen Alter vermehrt auf. „Beide Krankheiten entwickeln sich sehr langsam, Betroffene spüren zunächst nichts. Daher ist eine gründliche und vor allem regelmäßige Vorsorge sehr wichtig“, erklärt Prof. Kohnen. Der Graue Star und das Glaukom sind gut behandelbar. Beim Glaukom allerdings ist tückisch, dass der Patient die Symptome dieser Augenkrankheit besonders lange nicht bemerkt. Doch nur wenn er in einem frühen Stadium zum Augenarzt kommt, sodass die Diagnose rechtzeitig gestellt werden kann, ist eine erfolgreiche Behandlung möglich. „Allein der Augenarzt weiß, welche der unterschiedlichen zur Verfügung stehenden Therapien im Einzelfall geeignet ist, den Sehverlust zu verhindern. Und deshalb ist die Fachkompetenz für das Auge unumgänglich“, sagt Dr. Uwe Kraffel, Erster Vorsitzender des BVA.

Chancen auf gutes Sehen auch im höheren Alter möglich

Die Erfolgsquote der Operation des Grauen Stares ist groß. Viele Betroffene möchten sich daher schon bei den ersten Anzeichen einer Linsentrübung operieren lassen. „In vielen Fällen wird durch die anstelle der getrübten Augenlinse eingesetzte Kunststofflinse (Intraokularlinse) die nachfolgende Brillenkorrektur schwächer ausfallen können“, sagt Prof. Kohnen. Immer ist der Erfolg vom Schweregrad der Krankheit abhängig. Das Idealziel „Sehen wie in jungen Jahren“ ist heute in Sichtweite: Vermehrt werden Intraokularlinsen mit Mehrstärken-Wirkung eingesetzt. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, als noch die Starbrille mit den schweren Gläsern die Linsenlosigkeit ausgleichen musste, ist die Zufriedenheit nach einer Staroperation in hohem Maße gegeben.

Das perfekte Vorsorgeprogramm

Von besonderer Bedeutung sind Ausfälle im Gesichtsfeld des Auges, die vom Betroffenen selbst gar nicht oder sehr spät bemerkt werden und katastrophale Auswirkungen haben. Eine der häufigsten Erblindungsursachen in Deutschland ist das Glaukom, bei dem die Zellen des Sehnervs nach und nach absterben, die zentrale Sehschärfe jedoch noch über lange Zeit erhalten bleiben kann. „Wir Augenärzte halten aus diesem Grund, aber auch wegen anderer Erkrankungen der Netzhaut eine Untersuchung des Sehnervs und des Gesichtsfeldes für ebenso wichtig wie die der zentralen Sehschärfe“, betont Prof. Kohnen. Vor einigen Jahrzehnten war die Diagnose „Glaukom“ gleichbedeutend mit Erblindung, heute besteht die Gefahr dieser für den Patienten zunächst symptomlosen Erkrankung nur darin, dass sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann, weil der Patient zu spät zum Augenarzt kommt. „Spätestens vom 40. Lebensjahr an sollte jeder vorsorglich seine Augen zum Ausschluss oder zur rechtzeitigen Entdeckung dieser mit zunehmendem Alter so häufig auftretenden Krankheiten regelmäßig einmal im Jahr augenärztlich untersuchen lassen,“ sagt Prof. Kohnen. Die Kosten belaufen sich auf 20 bis 40 Euro, eine geringe Investition, die dem Patienten die Gewissheit gibt, dass alles getan wird, seine Augen bis ins hohe Lebensalter gesund zu erhalten.


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