Pressearchiv BVA 2006

Mutige chirurgische Verfahren in der Augenheilkunde - Endlich Hoffnung wenn Blindheit droht

Düsseldorf, 21. März 2006 – Während der Pressekonferenz anlässlich der größten augenärztlichen Fortbildungstagung wurden heute im CCD völlig neue Operationsmethoden vorgestellt, deren Wirksamkeit sich jedoch bereits in klinischen Tests erwiesen hat. Sie sollen bei Netzhautkrankheiten angewendet werden, in deren Endstadium bisher Erblindung unvermeidbar war: Retinitis pigmentosa (eine erbliche Netzhautdegeneration), trockene AMD (die häufigste Form der altersabhängigen Makuladegeneration) und Augeninfarkt (Venenverschlüsse der Netzhaut). Bei all diesen Operationen muss der Eingriff direkt an der Netzhaut bzw. am Sehnerv erfolgen und das ist nur möglich, wenn zuvor der Glaskörper entfernt wird, der etwa 80 Prozent des Augenvolumens ausmacht. Diese Operationstechnik bezeichnet man als Pars-plana-Vitrektomie.

Operationen im „geschlossenen System Auge“

Noch bis vor 25 Jahren waren derartige operative Eingriffe undenkbar und so führten auch Netzhautablösungen, die schweren Formen der diabetischen Retinopathie und viele Augenverletzungen schicksalhaft zur Erblindung. Seither konnte die Glaskörper- Chirurgie (Vitrektomie) zahlreichen Patienten das Sehvermögen erhalten. Dazu erklärt Professor Dr. Anselm Kampik, Generalsekretär der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und Direktor der Augenklinik der Ludwig- Maximilians-Universität München: „Nur durch den direkten Zugang über die Parsplana, das ist ein anatomisches Niemandsland zwischen Netzhaut und Strahlenkörper, können Instrumente ins Augeninnere eingeführt werden, ohne die für die Funktion des Auges entscheidenden Bereiche zu verletzen.“ Und das ist auch die Voraussetzung für die neuen Operationstechniken: die Transplantation von Netzhautzellen, die Implantation von Netzhautprothesen und die gefäßchirurgischen Eingriffe an der Netzhaut. Zunächst wird das durchsichtige Glaskörpergel, das das Auge ausfüllt, entfernt, dann die eigentliche Operation an der Netzhaut vorgenommen und anschließend der Augapfel wieder mit einem speziellen, wasserklaren Inhalt aufgefüllt. „Diese technischen Entwicklungen haben wesentlich dazu beigetragen, dass Augenkrankheiten, für die es über lange Zeit keine Heilungschancen gab, heute erfolgreich behandelt werden können, allerdings“ - so gibt Professor Kampik zu bedenken – „verlangt eine komplette Ausrüstung für die heutigen Möglichkeiten der Netzhaut-Chirurgie Investitionen von mehreren zigtausend Euro, sodass allein schon aus Kostengründen nur Spezialkliniken diese Operationen anbieten können.“

Augenärztliche Weiterbildung vom 21. bis 25. März in Düsseldorf

Die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) findet in diesem Jahr zum siebenten Mal als gemeinsame Fortbildungsveranstaltung des Berufsverbandes der Augenärzte e.V. (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) statt. Schwerpunktthema der diesjährigen Tagung: „Operative Behandlung von Augenkrankheiten – Indikation, Techniken, Nachsorge“. Fünf Tage lang vermitteln Wissenschaftler – darunter auch ausländische Gäste – in Vorlesungen, Seminaren und Symposien den etwa 5000 Tagungsteilnehmern die neusten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Ophthalmologie. „Es zeigt sich wieder, dass trotz der Probleme im Gesundheitswesen und trotz der wirtschaftlichen Zwänge, denen wir Ärzte in Praxis und Klinik unterliegen, immer noch die Ärzte zur Fortbildung bereit sind“, sagt Dr. Uwe Kraffel, Erster Vorsitzender des BVA.

Den BVA-Medienpreis verleiht der Berufsverband der Augenärzte dem Internetportal NetDoktor.de und der Redaktion „Visite“ des NDR Fernsehens.


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presse(at)augeninfo.de,
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