Pressearchiv BVA 2006

Damit die Farblinse auch Spaß bringt - Tips vom Augenarzt zur fünften Jahreszeit

Düsseldorf, den 15. Februar 2006 – Momentan sind die Karnevalsjecken wieder auf der Suche nach den ausgefallensten Kostümen des Jahres. Teufel, Dämonen und Hexen stehen dabei als Klassiker ganz oben auf der Liste. Wenn Hut, Besen und Umhang besorgt sind, tendieren viele zu Kontaktlinsen in bunten Farben und verschiedenen Formen, um der Verkleidung den letzten Schliff zu geben. Dabei greifen nicht nur Patienten mit einer Sehschwäche zu den Linsen, sondern auch viele völlig Unerfahrene. Doch die Vermarktung der Farblinsen als Lifestyleartikel kann auf Kosten der Gesundheit gehen. „Kontaktlinsen, die nicht fachmännisch angepasst worden sind, können die Hornhaut dauerhaft schädigen“, erklärt Dr. Gerald Böhme, Leiter des Ressorts für Kontaktlinsen beim Berufsverband der Augenärzte (BVA). Folgen sind Augenerkrankungen, die in besonders schlimmen Fällen bis zum Verlust der Sehkraft führen können. Durch die weichen, so genannten Spaßlinsen wird die Schmerzempfindlichkeit in manchen Fällen soweit vermindert, dass winzige Verletzungen, Entzündungen oder allergische Reaktionen des Auges erst zu spät bemerkt werden. „Jeder, der Kontaktlinsen tragen möchte, sollte vorher seinen Augenarzt aufsuchen, da nur der Experte die Voraussetzungen für das Tragen von Kontaktlinsen feststellen und dann die richtige Linse verschreiben oder abgeben kann“, betont Dr. Böhme. Kontaktlinsen dürfen nur in das gesunde Auge eingesetzt werden – und ob krank oder gesund kann nur der Facharzt entscheiden.

Geprüfte Qualität vom Augenarzt

Da beim Kauf von Kontaktlinsen sehr viele Fehler gemacht werden können, verbietet in den USA seit November 2005 ein Gesetz den freien Verkauf von Kontaktlinsen zur Erstversorgung. Kontaktlinsen dürfen nur noch dann im Internet-Versandhandel verkauft werden, wenn auch eine aktuelle Verordnung durch einen Experten vorliegt1. Die Linsen müssen an die individuellen anatomischen Vorraussetzungen der Augen angepasst werden und auch auf richtige Anwendung und Hygienemaßnahmen sollte durch einen Experten hingewiesen werden. „Man kann die Brillenstärke nicht einfach auf die Kontaktlinsen übertragen, da diese in viel geringerem Abstand zum Brennpunkt des Auges stehen“, erklärt Dr. Böhme. Außerdem müssen die Wölbung der Hornhaut und die Materialverträglichkeit vor der ersten Anwendung überprüft werden. „Die Kontaktlinse ist zunächst ein Fremdkörper für das Auge, daher ist die Fachkompetenz und Sachkunde von größter Bedeutung für eine langfristige, gute Verträglichkeit“, sagt Dr. Uwe Kraffel, Erster Vorsitzender des BVA. Lifestyle-Kontaktlinsen haben zudem oft eine falsche Passform und lassen zu wenig Sauerstoff an die Hornhaut. Schlechte Luft in verqualmten Kneipen und die überlange Tragedauer bei durchfeierten Nächten sind zusätzliche Belastungen für Linsenträger. Bei einer schlechten Sauerstoffversorgung des Auges besteht sogar die Gefahr, dass die Hornhaut aufquillt und anfällig für Mikroorganismen wird, die Entzündungen hervorrufen können. „Bei guter Anpassung und Beratung in einer Augenarztpraxis jedoch ist auch das Tragen von Farblinsen problemlos möglich - und dann ist auch dem Karneval-Feiern kaum Grenzen gesetzt“, sagt Dr. Böhme.
1 www.medcon.ag

1:0 für die Kontaktlinse

Vorteile für die Kontaktlinsen sind schnell ausgemacht: Sie beschlagen oder bespritzen nicht, verrutschen nicht beim Sport und der lästige Rand einer Brille fällt ebenso weg. „Der Vorteil bei Kontaktlinsen gegenüber der Brille ist, dass die Patienten auch am Rand des Gesichtsfeldes scharf sehen können“, erklärt Dr. Böhme. Zusätzlich gibt es auch ästhetische Argumente für die Kontaktlinse: Im Gegensatz zur Brille ermöglichen die Linsen ein vergrößertes Gesichtsfeld und lassen das eigene Aussehen unverändert. Auch Patienten, die sehr lange schon eine Brille getragen haben, sehen mit Kontaktlinsen ein völlig neues Selbstbild im Spiegel. „Nach einem detaillierten Beratungsgespräch und einer gründlichen Voruntersuchung durch den Augenarzt sind Kontaktlinsen fast unbedenklich“, sagt Dr. Böhme. Die Patienten gewöhnen sich schnell an den Fremdkörper im Auge und bemerken die Linse im Alltag gar nicht mehr. Um Schäden zu vermeiden, empfiehlt Dr. Böhme eine etwa halbjährliche augenärztliche Kontrolle.


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