Pressearchiv BVA 2007

Wenn Optiker-Sehtests Schule machen - der falsche Schein von Sicherheit

Düsseldorf, 15.Oktober 2007 – Berufsverband der Augenärzte rät zu augenärztlichen Untersuchungen ab dem zweiten Lebensjahr

Mit dem Argument, Kinderaugen zum guten Sehen zu verhelfen, finden immer häufiger von Optikern veranstaltete Sehtests in Grundschulen statt. So wird den Eltern der Eindruck vermittelt, sie könnten sich darauf verlassen. Wenn das Kind den Test mit dem mobilen Refraktometer besteht, ist alles in Ordnung, und man kann sich den Weg zum Augenarzt sparen. Besteht es ihn nicht, wird ganz klar eine Brille benötigt. Bei kritischer Betrachtung entpuppt sich dieser „Dienst am kindlichen Auge“ als simple Verkaufsförderungsaktion. Denn sicher ist, dass der von Optikern angebotene Schulsehtest keine sicheren Ergebnisse bringen kann. Dazu ist zum einen das Testgerät nicht geeignet. Zum anderen liegen insbesondere den Fehlsichtigkeiten im Kindesalter oftmals organische Erkrankungen zu Grunde, die sich zu einer großen Gefahr für das Sehvermögen auswachsen können, wenn sie nicht korrekt diagnostiziert und behandelt werden.

In Berlin hat jetzt der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Mario Czaja die Notbremse gezogen. Er fordert den Senat auf, diese Optiker-Sehtests in Schulen zu unterbinden.

Aber auch aus anderen Teilen Deutschlands treffen Anfragen beim Berufsverband der Augenärzte ein, ob derartige Sehtests zu verantworten sind. Offenbar sind auch Krankenkassen an den Optiker-Aktionen beteiligt, denen Sehtestergebnisse vorliegen und die damit bei den Eltern für einen Wechsel der Krankenkasse werben.

Jedes Kind sollte vom zweiten Lebensjahr an regelmäßig augenärztlich untersucht werden. Fehlsichtigkeiten können völlig unauffällig sein. Wenn Eltern den Eindruck haben, dass mit den Augen ihres Kindes etwas nicht stimmt, ist die Untersuchung durch einen Augenarzt natürlich sofort erforderlich. Außerdem muss die Gesundheit der Augen grundsätzlich kontrolliert werden, bevor ein Kind eine Brille bekommt und ebenso, bevor es eine neue Brille bekommt.

Die weitaus häufigste Form der Fehlsichtigkeit bei Schulkindern ist die Kurzsichtigkeit (Myopie). Dabei gibt es Formen, die noch bis zum Ende der Pubertät zunehmen und sehr regelmäßige augenärztliche Untersuchungen erfordern. Auch das ist ein Grund, warum Sehhilfen (Brillen und Kontaktlinsen) für Kinder und Jugendliche ausschließlich vom Augenarzt verordnet werden müssen.


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