Pressearchiv BVA 2007

Nikotin ist Gift für die Augen - Berufsverband der Augenärzte rät zum Abschied vom blauen Dunst

Düsseldorf, 13.8.2007 – Eine der gefährlichsten Augenkrankheiten ist die altersbezogene Makuladegeneration (AMD). Sie ist in Deutschland die häufigste Ursache für schwere Sehbehinderungen bis hin zum Verlust der zentralen Sehschärfe. Im späteren Stadium dieser Netzhautkrankheit kann man nicht mehr lesen und auch keine Gesichter mehr erkennen. Noch sind nicht alle Faktoren bekannt, die dazu führen, dass eine AMD entsteht. Ganz sicher aber ist, dass Nikotin das Risiko erheblich erhöht. „Vielen Menschen, die rauchen, ist nicht bewusst, dass die ihnen liebgewordene Gewohnheit ihr Sehvermögen gefährdet. Nikotin ist Gift für die Augen, und zwar ein sehr gefährliches“, sagt Professor Dr. Bernd Bertram, zweiter Vorsitzender des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA). Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein mindestens doppelt so hohes Risiko tragen, an AMD zu erkranken und im schlimmsten Fall ihr Augenlicht zu verlieren. Man kann sehr viel selber dazu beitragen, sein Sehvermögen bis ins hohe Alter zu bewahren: Nikotin-Verzicht, gesunde Ernährung, Sonnenschutz für die Augen und vorsorgliche Untersuchungen beim Augenarzt, die der Früherkennung jener besonders gefährlichen Augenkrankheiten dienen, von denen man selber erst etwas merkt, wenn man vieles nicht mehr sieht. Dazu gehört neben der AMD auch das Glaukom (Grüner Star).

Frühzeitige Diagnose – erfolgreiche Therapie

Die AMD tritt in zwei Formen auf. 80 Prozent der Patienten leiden unter einer trockenen AMD. Ihre zentrale Sehschärfe lässt allmählich nach, aber ihr Orientierungsvermögen bleibt erhalten. Den Verlauf dieser Krankheitsform kann der Augenarzt – abhängig vom Stadium – durch Empfehlung einer bestimmten Kombination von Vitaminen und Mineralien günstig beeinflussen. Eine andere wirksame Therapie ist bisher nicht bekannt. Die seltenere feuchte AMD verläuft aggressiv: Die zentrale Sehschärfe nimmt schnell ab, der Patient kann schon bald nicht mehr lesen und keine Gesichter mehr erkennen. Unter der Makula haben sich krankhafte Gefäße gebildet, die die zentralen Sehzellen zerstören. Früherkennung hat schicksalhafte Bedeutung. Zusätzlich zu den bisherigen Lasertherapien stehen seit 2005 neue Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Durch Injektionen von Wirkstoffen, die das Gefäßwachstum hemmen, kann der Sehverlust deutlich verlangsamt, aufgehalten oder manchmal auch teilweise rückgängig gemacht werden. Der entscheidende Faktor ist der richtige Zeitpunkt. Moderne Diagnostik ermöglicht dem Augenarzt, ihn zweifelsfrei zu ermitteln und die Behandlungsintervalle exakt zu bestimmen.


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Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
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