Pressearchiv BVA 2008

Augentropfen nicht ohne fachärztlichen Rat anwenden.

Düsseldorf 9.9.2008 – Bei Augenerkrankungen helfen in vielen Fällen Medikamente, die direkt ins Auge getropft werden. Sie haben den Vorteil, dass der Wirkstoff direkt dorthin kommt, wo er benötigt wird, so dass allgemeine Nebenwirkungen, wenn sie überhaupt auftreten, selten sind. Dennoch sind Augentropfen Medikamente, deren Einsatz eine Diagnose und den sachverständigen Rat des Augenarztes voraussetzen.

Das trockene Auge beispielsweise ist keine bedeutungslose Bagatelle. Jeder Patient mit dieser Erkrankung benötigt eine fachgerechte Therapie durch einen Augenarzt, da die Erkrankung einen beträchtlichen Einfluss auf die Lebensqualität ausübt. „Augenärzte können heute zwei Formen des Trockenen Auges unterschieden, die unterschiedlicher Therapieansätze bedürfen, nämlich einen sekretorischen Tränenmangel sowie eine verstärkte Verdunstung und Störung des Tränenfilmaufbaues“, erläutert Prof. Dr. Horst Brewitt, Leiter des Ressorts „Trockenes Auge“ im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Da es derzeit eine Vielzahl von Tränenersatzmitteln auf dem Markt gibt, kann nur nach sorgfältiger Diagnostik für jeden Patienten eine individuelle und erfolgreiche Therapie zusammengestellt werden, die die unterschiedlichen Formen des trockenen Auges berücksichtigt.

Der Pressesprecher des BVA, Dr. Georg Eckert, rät zudem davon ab, bei geröteten Augen ohne fachärztlichen Rat so genannte Weißmacher einzusetzen. Sie verengen die Blutgefäße in der Bindehaut und reduzieren damit die Blutzufuhr. Die Augen werden dadurch zwar kurzfristig wieder weiß, aber der Effekt ist nur kosmetisch. Nach wenigen Stunden weiten die Gefäße sich wieder. Da die Bindehaut unterversorgt war, strömt nun besonders viel Blut heran und das Auge wird wieder erst recht rot. Dabei ist die Ursache der Reizung nicht beseitigt worden. Bei langfristiger Anwendung von Weißmachern kann der Verlust von Becher-Zellen, die für die Bildung des Tränenfilms wichtig sind, eine Folge sein. Ein „rotes Auge“ kann immer Symptom einer ernst zu nehmenden Augenerkrankung sein. Deshalb ist auch hier vor einer Behandlung stets die augenärztliche Diagnose anzuraten.

„Allgemeine Nebenwirkungen von Augentropfen sind vor allem bei Betablockern bekannt, die in der Glaukomtherapie zur Senkung des Augeninnendrucks eingesetzt werden“, macht Dr. Eckert klar: „Vor einer Glaukomtherapie mit Augentropfen, die Betablocker enthalten, müssen allgemeine Erkrankungen wie Asthma und bestimmte Herzrhythmusstörungen ausgeschlossen werden.“

Von einer Selbstmedikation, der lediglich eine Beratung beim Apotheker vorausging, raten Augenärzte deshalb ab. Eine seriöse Beratung in der Apotheke lässt sich immer daran erkennen, ob gleich eine Diagnose gestellt und eine Therapie empfohlen (und verkauft…) wird, oder ob der Hilfesuchende erst zum Augenarzt verwiesen wird. Denn nur dieser kann die Ursache der Augenbeschwerden mit Hilfe einer biomikroskopischen Untersuchung und umfassender fachärztlicher Kenntnisse sicher erkennen und behandeln.

Tipps zur Anwendung von Augentropfen

Die richtige Anwendung von Augentropfen ist mit etwas Übung leicht zu erlernen. In der Augenarztpraxis oder auch in der Apotheke können die Patienten sich zeigen lassen, wie es geht.

  • Die Tropferspitze sollte die Wimpern nicht berühren, um Infektionen zu vermeiden.
  • Erhalten mehrere Familienmitglieder antibiotische Augentropfen, dann sollte jedes Mitglied seine eigene Flasche haben, um wiederholte Ansteckungen innerhalb der Familie zu vermeiden.
  • Wird einmal mehr als ein Tropfen in den Bindehautsack gegeben, ist das kein Grund zur Sorge: Der Bindehautsack kann nur etwa die Hälfte eines Tropfens aufnehmen. Selbst wenn einmal eine größere Menge getropft werden sollte, läuft die überschüssige Flüssigkeit einfach die Wange herunter.

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Herausgeber:
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Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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