Pressearchiv BVA 2008

Ein "rotes Auge" ist keine Bagatelle - Eine Entzündung der Iris kann schon bei Kleinkindern auftreten.

Düsseldorf 28.8.2008 – Wenn das Auge gerötet ist, kann dieses Symptom viele verschiedene Ursachen haben, darunter auch ernst zu nehmende Erkrankungen, die fachärztlich untersucht werden müssen.

Ein „rotes Auge“ ist keine Bagatelle – unabhängig vom Alter des Betroffenen. Doch gerade bei Kindern ist eine differenzierte Diagnostik wichtig, betont Privatdozentin Dr. Dietlind Friedrich vom Ressort Strabismus im Berufsverband der Augenärzte. Eine mögliche Ursache für dieses Symptom ist eine Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis), die beispielsweise als Begleiterscheinung des kindlichen Rheumas schon bei Kleinkindern auftreten kann. Diese Entzündung kann nur an der Spaltlampe, dem Spezialmikroskop des Augenarztes, sicher festgestellt werden.

Rote Augen, Schmerzen, eine auffällige Blendempfindlichkeit sowie ein Unterschied in der Pupillenweite beider Augen sind die wichtigsten Symptome einer Augenentzündung. Eltern sollten ihre Kinder in solchen Fällen in der Augenarztpraxis vorstellen, um die Ursache sicher diagnostizieren zu lassen. Augenärzte können unterscheiden, ob eine Uveitis (eine Entzündung der Aderhaut) vorliegt – eine Form der Uveitis ist die Iritis – oder ob die Reizung möglicherweise auf eine Allergie oder auf einen Fremdkörper im Auge zurückgeht.

Auch eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) geht mit geröteten Augen einher. Eine bakterielle Infektion ist dabei nur eine von mehreren möglichen Ursachen der Konjunktivitis. Meist ist eine Virusinfektion der Grund der Entzündung. Von Behandlungsversuchen nach dem Motto „da geben wir mal Augentropfen“ rät Dr. Friedrich deshalb ab: „Zum einen kann es sein, dass diese Medikamente die Ursache der Entzündung überhaupt nicht beseitigen. Zum anderen sollten Kinder nicht unnötig Augentropfen bekommen, die den meisten Kindern unangenehm sind. Eine sorgfältige Diagnostik ist die Grundlage jeder erfolgreichen Behandlung.“

Woche des Sehens: Kinderblindheit verstehen und verhüten

Augenerkrankungen bei Kindern wie die Uveitis bedürfen einer besonders sorgfältigen Behandlung. Das Sehvermögen von Kindern steht deshalb in diesem Jahr im Mittelpunkt der Woche des Sehens vom 9. bis 15. Oktober 2008 (www.woche-des-sehens.de). Unter dem Motto "Blindheit verstehen, Blindheit verhüten" macht die Woche des Sehens seit dem Jahr 2002 bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern aufmerksam. Die Partner der Aufklärungskampagne haben in diesem Jahr gemeinsam den Schwerpunkt "Blinde und sehbehinderte Kinder" gewählt. Getragen wird die Aktionswoche von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie dem Hilfswerk der Deutschen Lions. Unterstützt wird die Woche des Sehens von der Aktion Mensch und der Carl Zeiss Meditec AG.


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Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
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