Pressearchiv BVA 2008

Woche des Sehens 2008 - Blinde und sehbehinderte Kinder.

Die siebte Woche des Sehens unter dem bekannten Motto „Blindheit. Verstehen. Verhüten“ findet vom 9.–15. Oktober 2008 statt. Die Partner der Aufklärungskampagne haben in diesem Jahr gemeinsam den Schwerpunkt „Blinde und sehbehinderte Kinder“ gewählt.

Frühvorsorge rettet Augenlicht

Vielen Kindern in Deutschland könnte eine Sehbehinderung oder gar Erblindung erspart bleiben, wenn bei ihnen frühzeitig eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung durchgeführt würde.

Sehen ist ein hochkomplexer Vorgang, bei dem die Augen und das Gehirn ständig große Leistungen vollbringen. Bis dieses Zusammenspiel perfekt funktioniert, bedarf es eines jahrelangen Lernprozesses. Entwicklungsstörungen und Erkrankungen, die in dieser sensiblen Phase den Lernprozess beeinträchtigen, gefährden das Sehvermögen des Kindes grundlegend. Die Krankheiten, die dem Sehen lernen im Wege stehen können, sind vielfältig und bedürfen der Diagnose und Behandlung durch einen Augenarzt.

In einer bundesweiten Aufklärungskampagne zur diesjährigen Woche des Sehens informieren der Bundesverband der Augenärzte (BVA) und die Deutsche Ophtalmologische Gesellschaft (DOG) über Augenerkrankungen im frühen Kindesalter sowie deren Behandlungsmöglichkeiten und machen auf die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam.

Blindes Kind – dunkle Zukunft?

In Deutschland können blinde und sehbehinderte Kinder in einer speziellen Förderschule oder gemeinsam mit sehenden Kindern in der allgemeinen Schule unterrichtet werden. Leider sind die Qualifikation der Lehrkräfte, die sonderpädagogische Betreuung sowie die Versorgung mit notwendigen Hilfsmitteln an allgemeinen Schulen häufig unzureichend.

Fehlende Qualitätsstandards behindern eine gleichberechtigte Teilhabe an der Bildung ebenso wie unterschiedlichste Frühförderbedingungen in den einzelnen Bundesländern, die durch einheitliche Richtlinien ersetzt werden müssen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) und der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) machen während der Projektwoche auf Missstände in der deutschen Blindenbildungspolitik aufmerksam und setzen sich für die Förderung und Gleichberechtigung blinder und sehbehinderter Kinder ein.

Afrika: Eine Kapsel rettet Auge und Leben

Jede Minute erblindet irgendwo auf der Welt ein Kind. Die WHO benennt die Zahl der blinden Kinder mit 1,4 Millionen. Eine der Hauptursachen ist ernährungsbedingter Vitamin-A-Mangel. Die Hornhaut weicht auf und vernarbt später, was Blindheit zur Folge hat. In Afrika sterben 60 Prozent dieser Kinder im ersten Jahr nach ihrer Erblindung.

Die internationalen Hilfswerke verteilen vorbeugend Vitamin-A-Kapseln an Kinder und stillende Mütter. Die Ausgabe einer Kapsel kostet nur 1 Euro, rettet aber Auge und Leben. Der Anbau Vitamin-A-reicher Pflanzen und ihr Einsatz in der Ernährung können das Risiko einer Erblindung deutlich senken.

Zur diesjährigen Woche des Sehens starten die Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. (CBM), das Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. (HDL) und das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit e.V. (DKVB) eine groß angelegte Aufklärungsaktion zum Thema Kinderblindheit. Ziele sind eine optimierte Vorsorge in den ärmsten Ländern der Welt sowie bessere Chancen für Kinder, die bereits erblindet sind.

Die Partner

Getragen wird die Aktionswoche von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie dem Hilfswerk der Deutschen Lions.


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Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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