Pressearchiv BVA 2009

Das Auge, ein Spiegel der Gesundheit - Augenärzte sehen Anzeichen für zahlreiche Allgemeinerkrankungen.

DÜSSELDORF 17.12.2009 – Das Auge ist ideal für die schonende Diagnostik – mit geübtem Blick und innovativen Untersuchungsmethoden kann der Augenarzt Anzeichen vieler Allgemeinerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen in einem frühen Stadium erkennen.

Ein Blick auf die Hornhaut kann Aufschluss geben, wie es um den Fettstoffwechsel eine Patienten bestellt ist: Sind hier ringförmige Ablagerungen zu sehen (Arcus lipoides, Fettbogen), kann dies ein Zeichen für eine erhebliche Fettstoffwechselstörung sein. Diese Fettablagerungen beeinträchtigen das Sehen nicht und sind vor allem bei Patienten in höherem Alter nicht selten. Finden sie sich jedoch schon vor dem 50. Geburtstag, dann ist Vorsicht geboten: Ihr Risiko, an einen Herzinfarkt zu erleiden, ist dann deutlich erhöht.

Blick auf die Netzhautgefäße

Fettablagerungen kann der Augenarzt auch in der Netzhaut erkennen, außerdem gibt der Zustand der Blutgefäße am Augenhintergrund wertvolle Informationen. Schon mit einem seit mehr als 150 Jahren bewährten Hilfsmittel, dem Augenspiegel, kann der Augenarzt Auswirkungen von Diabetes oder Bluthochdruck sehen. Nicht selten stellt der Augenarzt als erster die Diagnose. Dr. med. Klaus Heckmann, 2. Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands erläutert, was dem erfahrenen Facharzt dann auffällt: „Die heute üblichen Untersuchungsmöglichkeiten erlauben dem Augenarzt, die Netzhautgefäße ohne Belastung des Patienten genauestens zu untersuchen. Er beurteilt die Netzhautgefäße nach ihrem Verlauf und ihrem Kaliber und stellt bereits eingetretene Schädigungen an der Netzhaut fest. Er kann damit einen Hinweis geben, wie lange und wie stark ein hoher Blutdruck, eine Zuckerkrankheit oder Nikotinkonsum das Gefäßsystem bereits belasten – um nur einige gefäßschädigende Faktoren zu nennen.“ Häufig führen diese Hinweise dazu, dass eine Behandlung dieser Krankheiten eingeleitet wird. „Da die Netzhautgefäße ein Teil des Gehirnkreislaufs sind“, ergänzt Dr. Heckmann, „kann der Augenarzt mit zusätzlichen Methoden Rückschlüsse auf die Hirndurchblutung und den Hirndruck ziehen und so einen wichtigen Beitrag zur Prävention des Schlaganfalls geben. Damit erweitern die Befunde des Augenarztes die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten zum Wohle des Patienten.“

Voraussetzung dafür ist die fundierte Ausbildung des Facharztes, der nach dem Medizinstudium noch eine fünfjährige Ausbildung zum Augenarzt absolviert hat. Denn die Beurteilung der Netzhautbefunde erfordert Erfahrung sowie Kenntnis der anatomischen Strukturen und der Krankheitsmechanismen.

Überblick: Auge und Allgemeinerkrankungen

Diabetes: Die hohe Zuckerkonzentration im Blut von Diabetikern führt mittelfristig zu Schäden an den großen und den feinen Blutgefäßen im Auge. Es kommt zu Gefäßverschlüssen, wodurch in der Folge Sehzellen nicht mehr ausreichend versorgt werden. Auch tritt Flüssigkeit aus den schadhaften Gefäßen aus, was die Netzhaut ebenfalls schädigt. In schwereren Fällen wuchern schadhafte Blutgefäße in das Augeninnere und führen zum Einbluten des Augapfels. Endstadium ist die Netzhautablösung und die Erblindung.

Fettstoffwechselstörungen: Fettablagerungen in der Hornhaut (Arcus lipoides) sind im Alter unter 50 Jahren ein Warnhinweis: Sie haben ein erhöhtes Risiko für eine Fettstoffwechselstörung.

Gefäßerkrankungen: An den feinen Kapillargefäßen der Netzhaut sind schon früh durch Bluthochdruck oder auch Arteriosklerose verursachte Schäden zu sehen – sie können ein Hinweis auf eine drohende Erkrankung der Herzkranzgefäße sein.

Gelbsucht: Die Gelbfärbung der Bindehaut des Auges ist ein Symptom, das bei unterschiedlichen Krankheiten auftreten kann. Es wird verursacht durch eine zu hohe Konzentration von Bilirubin, einem Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Insbesondere kann die Gelbsucht ein Symptom für Lebererkrankungen sein.

Morbus Basedow: Bei dieser Autoimmunkrankheit der Schilddrüse kann es zu Veränderungen des Gewebes hinter dem Augapfel kommen. In der Folge treten die Augäpfel hervor, die Beweglichkeit der Augen ist bei einigen Patienten beeinträchtigt, sogar das Sehvermögen kann bedroht sein.

Morbus Wilson: Der so genannte Kayser-Fleischer-Kornealring, ein grünlicher, manchmal bräunlicher Ring am Rand der Hornhaut, weist auf den Morbus Wilson hin, eine ererbte Stoffwechselstörung, bei der es zur Kupferüberladung des Körpers kommt.

Rheuma: Der Oberbegriff Rheuma fasst eine Gruppe von Autoimmunkrankheiten zusammen, bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe wie etwa die Gelenkinnenhaut angreift. Oft kommt es auch zur Entzündungen der Aderhaut im Auge (Uveitis). Ist im vorderen Bereich des Auges die Regenbogenhaut betroffen, treten folgende Symptome auf: starke Augenrötung, vermehrter Tränenfluss, gesteigertes Blendempfinden, Verschwommensehen, Augenschmerzen. Betrifft die Entzündung den hinteren Bereich, dann tritt eine allmähliche Sehverschlechterung auf, ein Sehen wie durch einen Schleier stellt sich ein. Während die Regenbogenhautentzündung meist akut auftritt und den Patienten wegen der Schmerzen schnell zum Augenarzt führt, beginnt die Entzündung der hinteren Augenabschnitte häufig schleichend und neigt zum chronischen Verlauf.


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