Pressearchiv BVA 2009

Diese Politik riskiert das Augenlicht der Bürger - Augenärzte demonstrieren für den Erhalt der Grundversorgung.

DÜSSELDORF 12.05.2009 –Vor der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am 18. Mai in Mainz werden die Augenärzte demonstrieren. Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) macht klar: Das Sehvermögen der Bürger ist der KBV, den Kassen und der Politik nichts wert. Trotz aller Beteuerungen und Eingeständnisse, dass Nachbesserungsbedarf bei der Honorierung der nicht-operativen Augenheilkunde besteht, hat der Bewertungsausschuss von KBV und Krankenkassen immer noch keine Korrekturen zugunsten der augenärztlichen Honorierung beschlossen.

KBV-Chef Dr. Andreas Köhler machte erst Ende April in der „Ärzte Zeitung“ klar: „In einer alternden Gesellschaft werde es immer wichtiger, einen Augenarzt zu haben, der nicht operiert und keine Laser-Chirurgie macht. Aber genau dieser Facharzttypus sei bislang bei der Vergütungsreform finanziell benachteiligt worden.“ Köhlers Äußerungen nimmt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) mit großer Freude zur Kenntnis. Denn damit bestätigt Dr. Köhler die Position, die der erste BVA-Vorsitzende Prof. Dr. med. Bernd Bertram seit Monaten vertritt: Die Zukunft der augenärztlichen Grundversorgung ist durch die Honorarreform in Frage gestellt worden.

Immer wieder weist Prof. Bertram darauf hin, dass die moderne, nicht operative Augenheilkunde unter den aktuellen Honorarbedingungen in ihrer Existenz bedroht ist: Pro Versichertem und Jahr fließen weniger als 10 Euro aus der gesetzlichen Krankenversicherung in die ambulante, nicht operative Augenheilkunde, insgesamt sind das weniger als 700 Millionen Euro pro Jahr. Dafür betreuen die deutschen Augenärzte pro Jahr rund 30 Millionen Quartalsfälle – sie sind nach den Gynäkologen die Facharztgruppe mit den meisten Patienten.

Seit Jahren bereits sinkt die Vergütung der fachärztlichen Versorgung. Die Honorarreform 2009 brachte der Augenheilkunde statt des angekündigten Anstiegs einen weiteren Rückgang. Hinzu kommen eine überbordende Bürokratie und strenge Fallzahlbegrenzungen. Die Auswirkungen für die Patientenversorgung sind schon jetzt deutlich: Vielerorts – vor allem abseits der großen Städte – müssen die Patienten lange Wege in Kauf nehmen, um zum Augenarzt zu kommen. Das sich diese Situation verbessert und eine wohnortnahe flächendeckende Betreuung der Patienten gesichert wird, dafür kämpft der BVA: Es muss sicherstellt werden, dass schlechtes Sehen und Erblindung – auch im gesetzlichen Basis-Versorgungsbereich – vermeidbar bleiben.

Auch Bundesgesundheitsministerin Schmidt hat schon Anfang des Jahres in zwei Briefen an die Abgeordneten der Regierungskoalition Nachbesserungsbedarf bei den augenärztlichen Honoraren beschrieben.

Prof. Bertram ist zwar erfreut darüber, dass die Argumente der Augenärzte in der KBV-Spitze und im Ministerium Gehör gefunden haben. Doch der Erkenntnis müssen auch Taten folgen – nun sind KBV und Kassen gefordert, die dringend notwendigen Korrekturen an der Honorarreform vorzunehmen. Dies haben beide bislang sträflicherweise versäumt.

Demonstration am 18. Mai ab 9 Uhr vor der Rheingoldhalle

Vor Beginn der KBV-Vertreterversammlung am 18. Mai in Mainz werden Augenärzte aus Rheinland-Pfalz und Hessen und ihre Mitarbeiter deshalb vor der Rheingoldhalle demonstrieren. Sie werden deutlich machen, dass die Augenärzte gemeinsam mit ihren Patienten, die sie weiter qualitativ hochwertig versorgen wollen, in besonderem Maße die Verlierer der Honorarreform sind – und dass trotz der allmählich dämmernden Erkenntnis bei KBV und Gesundheitspolitik bisher kein Umlenken abzusehen ist.


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Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
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Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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