Pressearchiv BVA 2009

BVA-Kongress Kontaktlinsen und trockenes Auge - Wenn die Augen brennen.

Wiesbaden, 9. Mai 2009 – Die Augen brennen, es fühlt sich an, als reibe feiner Sand auf der Augenoberfläche, und die Augen sind rot: Das Trockene Auge kann die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen und zusätzlich das Sehvermögen einschränken.

Der Kongress „Kontaktlinsen und Trockenes Auge“ befasst sich am 9. und 10. Mai in Wiesbaden mit den neuesten Erkenntnissen über diese Augenerkrankung. Auf Einladung des Berufsverbands der Augenärzte werden namhafte Experten über die vielfältigen Ursachen des Trockenen Auges, moderne Möglichkeiten der Diagnostik und aktuelle Ansätze zur Behandlung diskutieren.

Schätzungsweise acht bis zehn Millionen Menschen in Deutschland sind von dieser Krankheit betroffen, einer der häufigsten Krankheiten, die Augenärzte zu behandeln haben. 60 Prozent der Patienten fühlen sich im Alltagsleben und in der Freizeit beeinträchtigt, erläutert Prof. Dr. med. Horst Brewitt, der gemeinsam mit Dr. med. Gerald Böhme die wissenschaftliche Leitung des Kongresses übernommen hat. 38 Prozent der Betroffenen sehen ihre Arbeitseffizienz gemindert.

Hinter den – oberflächlich betrachtet – immer gleichen Symptomen stehen vielschichtige Krankheitsprozesse, die mehr und mehr erforscht werden. Zwei Hauptformen des Trockenen Auges lassen sich heute unterscheiden: Entweder werden zu wenige Tränen gebildet, um einen intakten Tränenfilm zu garantieren. Oder die Tränenflüssigkeit verdunstet zu schnell, weil der ölige Anteil im Tränenfilm mangelhaft ist. In beiden Fällen wird die Augenoberfläche geschädigt, für die der Tränenfilm Schutz und Nährstoffquelle zugleich ist. Entzündliche Prozesse an der Augenoberfläche und ein Anstieg der Osmolarität der Tränenflüssigkeit (das ist der auf das Volumen bezogene Anteil gelöster Teilchen wie z.B. Salze oder Glukose) werden heute mit dem Trockenen Auge in Verbindung gebracht.

Zu den Ursachen des Trockenen Auges gehören verschiedene Allgemeinerkrankungen wie Rheuma, Gicht, Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes mellitus. Aber auch Kontaktlinsen beeinflussen den empfindlichen Tränenfilm. Sie sollten deshalb nur nach augenärztlicher Voruntersuchung individuell angepasst und regelmäßig kontrolliert werden.

In der augenärztlichen Praxis gehören die Untersuchung an der Spaltlampe sowie die Messung der Tränenfilmmenge und der Tränenfilmqualität zur Standarddiagnostik. Moderne Geräte bieten ergänzende diagnostische Möglichkeiten, so lässt sich heute beispielsweise mit Hilfe eines kleinen Chips die Osmolarität des Tränenfilms messen.


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