Pressearchiv BVA 2009

Vorsorge statt Blindheit - Der 12. März 2009 ist Weltglaukomtag.

DÜSSELDORF 2.03.2009 – Zum Weltglaukomtag am 12. März informiert der Berufsverband der Augenärzte über die Bedeutung der Vorsorge. Das Glaukom (grüner Star) gehört zu den Augenkrankheiten, die, rechtzeitig erkannt, gut behandelbar sind.

Eine Form des Glaukoms, der Forscher in der letzten Zeit besonders viel Aufmerksamkeit schenken, ist das so genannte Normaldruckglaukom. Denn nicht immer ist beim Glaukom der Augeninnendruck erhöht. Bei einem Drittel der Patienten erleidet der Sehnerv einen Schaden, obwohl der gemessene Druck als „normal“ gilt.

Die Suche nach den Krankheitsursachen und damit die Erforschung möglicher Behandlungswege geht in verschiedene Richtungen, denn viele Faktoren spielen eine Rolle. Blutdruckschwankungen, insbesondere ein phasenweise zu niedriger Blutdruck können dazu beitragen, dass die Blutversorgung des Sehnervs nicht ausreicht. Neue Erkenntnisse zeigen, dass auch das Hirnwasser, das durch die Hohlräume des zentralen Nervensystems fließt und das auch den Sehnerv umspült, am Krankheitsgeschehen beteiligt ist. Kann es nicht ungehindert fließen und sich regelmäßig erneuern, reichern sich möglicherweise Stoffe an, die den Sehnerv krank machen. Forscher der Universitäts-Augenklinik Mainz richten ihr Augenmerk zudem auf das Immunsystem. Denn es zeigt sich, dass bei Patienten mit einem Normaldruckglaukom die Autoimmunität verändert ist. Bei jedem Menschen bilden sich Antikörper gegen körpereigenes Gewebe, ohne dass dies an sich schon eine Krankheit wäre. Insbesondere beim Normaldruckglaukom sind diese Auto-Antikörper in ihrer Menge und Verteilung jedoch deutlich verändert.

Bis diese neuen Erkenntnisse in neue Behandlungen einfließen, die sich direkt gegen die Krankheitsursachen richten, wird noch viel Forschungsarbeit notwendig sein. Doch schon heute können Augenärzte das Glaukom wirksam behandeln – kaum ein Patient muss bei rechtzeitigem Therapiebeginn am Glaukom erblinden. Wesentlicher Ansatzpunkt ist bisher die medikamentöse oder operative Senkung des Augeninnendrucks. Sie entlastet den Sehnerv und trägt dazu bei, dass die Nervenzellen und damit das Sehvermögen erhalten bleiben.

Regelmäßige Untersuchung ab dem Alter von 40 Jahren sinnvoll

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Krankheit frühzeitig erkannt wird. Am Weltglaukomtag wollen die World Glaucoma Association (WGA) und die World Glaucoma Patient Association (WGPA) deshalb weltweit die Notwendigkeit von augenärztlichen Vorsorgeuntersuchungen deutlich machen. In Deutschland unterstützen der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und der Initiativkreis zur Glaukomfrüherkennung e.V. diese Aktivitäten.

Der BVA rät, spätestens ab dem Alter von 40 Jahren, alle zwei Jahre zur Glaukomvorsorgeuntersuchung beim Augenarzt zu gehen. Denn das Alter zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren, ein Glaukom zu entwickeln. Menschen, in deren Familien Glaukomfälle bekannt sind, stark Kurzsichtige und Diabetiker mit fortgeschrittenen Veränderungen am Auge sind ebenfalls besonders gefährdet. Zentraler Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung ist die Beurteilung des Sehnervenkopfs durch den Augenarzt. In Verdachtsfällen stehen hochmoderne Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Sie können Glaukomschäden schon in einem sehr frühen Stadium nachweisen, noch ehe es zu einem Verlust des Sehvermögens gekommen ist.

10. Augenärztliche Akademie in Düsseldorf

Das Glaukom ist ein wichtiges Thema der 10. Augenärztlichen Akademie Deutschland, die vom 10. bis 14. März in Düsseldorf stattfindet. Zu diesem größten Fortbildungskongress für niedergelassene Augenärzte in Deutschland, gemeinsam veranstaltet von BVA und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) werden mehr als 4000 Teilnehmer erwartet.

Patientenveranstaltung am 10. März

Im Rahmen des Kongresses lädt der Initiativkreis zur Glaukomfrüherkennung zu einer Patientenveranstaltung am 10. März um 18.30 Uhr im Congress Center Düsseldorf (Raum 3) ein. Experten aus ganz Deutschland geben Auskunft über die Ursachen des Glaukoms, die Möglichkeiten, der Krankheit auf die Spur zu kommen, und die Behandlungsstrategien.


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Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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