Pressemitteilung

01.03.2010

Vorsorge schützt den Sehnerv

Weltglaukomtag am 12. März 2010

DÜSSELDORF 1.3.2010 – Jahr für Jahr erblinden in Deutschland rund 2000 Menschen am Glaukom – ein Schicksal, das sich vermeiden ließe. Zum Weltglaukomtag am 12. März 2010 informiert der Berufsverband der Augenärzte deshalb über diese Volkskrankheit, die viel zu oft unentdeckt bleibt.

Glaukom – auch Grüner Star genannt – bezeichnet eine ganze Gruppe von Krankheiten mit einem gemeinsamen Nenner: Der Sehnerv wird geschädigt. Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer, Direktor der Universitäts-Augenklinik Mainz und wissenschaftliches Vorstandsmitglied im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands erläutert: „Dieses Datenkabel mit über einer Million Nervenfasern, das die Seheindrücke von der Netzhaut ins Gehirn überträgt, das kann beeinträchtigt und sogar vollständig zerstört werden.“ Ein wichtiger Risikofaktor für ein Glaukom ist der Augeninnendruck. Ist er im Verhältnis zur Durchblutung der Netzhaut zu hoch, dann werden die Nervenfasern nicht mehr optimal ernährt.

Erfolgreiche Behandlung

Für die Behandlung stehen heute ausgereifte Verfahren zur Verfügung. Mit Augentropfen lässt sich der Augeninnendruck senken und so die Versorgung der Nervenfasern verbessern. In schwierigen Fällen, wenn die Medikamente nicht wirken, können Laser- und Operationsverfahren das Augenlicht erhalten. Ist die Krankheit erst einmal bekannt, dann kann ihr Fortschreiten so wirksam gestoppt und das Sehvermögen erhalten werden. Die Patienten selbst bemerken von der tückischen Augenkrankheit allerdings lange Zeit nichts. Denn Symptome – blinde Flecken im Gesichtsfeld – treten erst spät auf und bleiben zunächst oft unbemerkt.

Nach dem Glaukom muss man fahnden

„Deshalb ist ein Suchen nach dem Glaukom, eine Vorsorgeuntersuchung, unbedingt notwendig“, rät Prof. Pfeiffer. Da vor allem im Alter das Risiko am Glaukom zu erkranken steigt, rät der Berufsverband der Augenärzte ab dem Alter von 40 Jahren zu regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen, zunächst alle zwei Jahre, ab dem Alter von 60 Jahren einmal pro Jahr. Sind in der Familie Glaukomfälle bekannt, sollte man schon in jüngeren Jahren regelmäßig zur Kontrolle gehen. Prof. Pfeiffer: „Wenn das Glaukom früh erkannt wird, dann gilt: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Wir können das Glaukom gut behandeln.“

Augeninnendruck prüfen, Sehnerv untersuchen

Zur Glaukomvorsorge untersucht der Augenarzt den Sehnervenkopf mit Hilfe seines Spezialmikroskops, der Spaltlampe. Außerdem wird der Augeninnendruck gemessen. Bei Verdachtsfällen bieten weitere Untersuchungsverfahren die Möglichkeit, schon frühe Glaukomschäden aufzudecken. Neben der Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie) gehören dazu die Retinatomographie (HRT) und die Messung der Nervenfaserschichtdicken. Diese Verfahren sind nach einer Glaukomdiagnose auch von Bedeutung für weitere Kontrolluntersuchungen im Krankheitsverlauf. 

Zu dieser Pressemitteilung bieten wir Ihnen auch einen Hörfunkbeitrag (2:09 Minuten) und einen Audio-Podcast (16:09 Minuten) an: www.augeninfo.de/presse/cnt.php?datei=1003gla.mp3


Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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