Pressemitteilung

29.07.2015

Umsichtige Autofahrer achten auf gesunde Augen

Glaukomfrüherkennung hilft, das Gesichtsfeld zu erhalten

DÜSSELDORF 29.07.2015 – Durchblick und Umsicht – beides ist unverzichtbar, um sicher Auto zu fahren. Denn wir benötigen nicht nur eine gute zentrale Sehschärfe, um beispielsweise Straßenschilder und entgegenkommende Fahrzeuge klar zu sehen, sondern auch ein umfassendes Gesichtsfeld, damit wir auch „aus dem Augenwinkel“ erfassen, was sich links und rechts von uns abspielt. „Wenn eine Augenkrankheit wie das Glaukom das Gesichtsfeld schädigt, ist das ein besonderes Risiko für Autofahrer“, betont Prof. Dr. med. Bernd Bertram, 1. Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands: „Denn die Betroffenen selbst bemerken im Frühstadium nicht, dass ihre Augen krank sind.“

Das Glaukom, oft auch Grüner Star genannt, bezeichnet eine Erkrankung des Sehnervs, der das Auge mit dem Gehirn verbindet. Nach und nach sterben die Fasern des Sehnervs unwiederbringlich ab. Dadurch entstehen – zunächst in peripheren und dann in immer größeren Bereichen – Ausfälle im Gesichtsfeld. Die Betroffenen selbst bemerken diese blinden Flecken zunächst nicht. Denn einerseits überschneiden sich die Gesichtsfelder beider Augen, so dass Ausfälle an einem Auge durch das andere Auge ausgeglichen werden können. Andererseits nehmen die Betroffenen die blinden Flecken nicht etwa als „schwarze Löcher“ wahr, da das Gehirn den Seheindruck ergänzt. So wird ein Objekt, das plötzlich von der Seite auf die Straße rollt, nicht wahrgenommen, der Glaukom-Kranke „sieht“ zunächst nur den Gehweg. Erst wenn sich das Objekt schon direkt vor dem Auto befindet, taucht es aus Sicht des Betroffenen „wie aus dem Nichts“ auf.

Wenn Symptome auftreten, ist der größte Teil des Sehnervs schon zerstört

„Nur bei einer augenärztliche Früherkennungsuntersuchung lässt sich ein Glaukom im Frühstadium entdecken“, betont Prof. Bertram. Wenn die Patienten selbst Symptome wahrnehmen, ist meistens bereits der größte Teil des Sehnervs zerstört. Dieser Schaden lässt sich nicht wieder gut machen. Rechtzeitig erkannt, lässt sich das Glaukom dagegen gut behandeln. Für die Therapie stehen Augentropfen zur Verfügung, reicht ihre Wirkung nicht aus, besteht auch die Möglichkeit eines chirurgischen Eingriffs.

Wichtige Risikofaktoren: Alter und Augeninnendruck

Wichtige Risikofaktoren für das Glaukom sind das Alter und der Augeninnendruck. Ist er zu hoch, dann wird der Sehnerv geschädigt. Bei etwa einem Drittel der Patienten mit Glaukom ist der Augeninnendruck allerdings nicht erhöht. Deshalb kombinieren Augenärzte für die Früherkennungsuntersuchung verschiedene Verfahren. Wesentlich ist ein Sehnerv-Check, bei dem der Sehnervenkopf, das ist die Stelle, an der der Nerv das Auge verlässt, genau untersucht wird. Hinzu kommt die Messung des Augeninnendrucks. Der Berufsverband der Augenärzte rät allen Patienten ab dem 40. Lebensjahr, ihre Augen regelmäßig untersuchen zu lassen. „Für Autofahrer sind gesunde Augen von besonderer Bedeutung, sie sollten sich die Chancen der Früherkennung deshalb nicht entgehen lassen“, rät Prof. Bertram.


Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
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