Pressemitteilung

30.07.2010

Thrombosen im Auge – neue Behandlungsmethoden

Augenärzte können Sehvermögen wieder bessern

DÜSSELDORF 30.07.2010 – Ein Venenverschluss im Auge ist eine häufige Ursache für schwere Sehstörungen. Mit den Behandlungsmethoden der modernen Augenheilkunde können Patienten jetzt wieder besser sehen.

Lässt die Sehkraft nach und ist die Welt nur noch wie durch einen Schleier zu erkennen, dann kann eine Thrombose der zentralen Vene des Auges oder eines ihrer Seitenäste die Ursache sein: Ein Blutgerinnsel verschließt das Blutgefäß. Das tut nicht weh, doch das Auge droht zu erblinden: Weil das Blut nicht mehr abfließen kann, kommt es zu ausgedehnten Blutungen in der Netzhaut. Eine weitere Folge ist eine Feuchtigkeitsansammlung an der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens, das Makulaödem. Krankhafte Gefäßwucherungen in der Netzhaut sind möglich mit der Gefahr einer massiven Einblutung in den Glaskörper und damit einem schweren Sehverlust. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Gefäße auch in der Regenbogenhaut wuchern, wodurch der Augeninnendruck ansteigt und sich eine besonders schwere Form des Glaukoms (grüner Star) entwickelt.

Medikamentengabe gegen Venenthrombosen im Auge

Mit einer Laserbehandlung können Augenärzte Gefäßwucherungen schon seit Jahren effektiv verhindern und damit auch die drohenden Folgen einer Glaskörpereinblutung und des Grünen Stars. Bisher hatten Augenärzte bei den Augenthrombosen aber nur geringe Möglichkeiten das Makulaödem zu behandeln, das zur „Leseblindheit“ führt. Verschiedene Ansätze, auch hierbei das Sehvermögen des Auges zu erhalten, wurden in den vergangenen Jahrzehnten erforscht, doch Erfolge waren bisher nur begrenzt möglich.

Empfehlung des BVA und der DOG

Mit einer operativen Medikamenteneinbringung in den Glaskörper kann das Makulaödem bei der Zentralvenenthrombose inzwischen aber erfolgreicher behandelt werden. Auch eine Kombination mit der bewährten Laserbehandlung ist gut möglich. Eingesetzt werden hierbei sowohl VEGF-Inhibitoren (Wachstumsfaktorhemmer) als auch Cortisonpräparate, die dazu operativ in das Auge eingebracht werden. Weitere Medikamente werden bereits in klinischen Studien erprobt. Die Ergebnisse der bisherigen, internationalen Studien sind so vielversprechend, dass diese Behandlung jetzt von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands empfohlen wird.

Woche des Sehens vom 8. bis 15. Oktober 2010

Diese neue Behandlungsmethode ist ein weiterer innovativer Schritt, um unnötige Blindheit zu vermeiden. „Augen im Blickpunkt“ ist das diesjährige Thema der Woche des Sehens, die seit dem Jahr 2002 mit vielfältigen Aktionen bundesweit auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den so genannten Entwicklungsländern aufmerksam macht. Schirmherrin der Initiative ist die Fernsehjournalistin Gundula Gause. Getragen wird die Aufklärungskampagne von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf, dem Hilfswerk der Deutschen Lions sowie der PRO RETINA Deutschland. Unterstützt wird die Woche des Sehens von der Aktion Mensch und der Carl Zeiss Meditec AG.


Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Pressereferat: Dr. med. Georg Eckert,
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