Pressemitteilung

09.12.2010

Querschläger vermeiden

Augenärzte geben Tipps zum Öffnen von Sektflaschen

DÜSSELDORF 9.12.2010 – Manchmal hat man Glück im Unglück: Eine Glaukom-Patientin mit stark erhöhtem Augendruck fand per Zufall eine „wirksame Therapie“: Ein Sektkorken prallte ihr ins Auge, die Folge waren ein teilweiser Irisabriss und fortan ein Augendruck, der den Sehnerv nicht weiter schädigte. Doch Sektkorken können am Auge auch schwere Schäden verursachen.

Ob zu Weihnachten oder zu Sylvester – in den kommenden Wochen werden in Deutschland wieder unzählige Flaschen Sekt geöffnet. Dabei sollte man stets darauf achten, dass der Sektkorken nicht ins Auge geht. Denn es ist die absolute Ausnahme, dass der Un- zum Glücksfall wird. Der Berufsverband der Augenärzte gibt deshalb Tipps, um Unfälle zu vermeiden: Die Flaschenöffnung sollte niemals auf Personen gerichtet sein. Und um sicherzugehen, dass kein Querschläger ins Auge geht, ist es ratsam den Korken mit einem Tuch, beispielsweise einer Serviette zu sichern.

Schwerste Schäden am Auge

„Ein Sektkorken, der das Auge trifft, kann böse Folgen haben“, erklärt Prof. Dr. med. Bernd Bertram, erster Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands. Er passt genau in die Augenhöhle und kommt mit einer so großen Energie angeflogen, dass er schwere Schäden anrichten kann, wie zum Beispiel Blutungen im Augeninneren. Eine unfallbedingte Trübung der Augenlinse (Katarakt) lässt sich zwar operativ behandeln, auch bei einer Ablösung der Netzhaut können Augenärzte meist das Augenlicht retten. Doch Art und Ausmaß der Schäden sind unvorhersehbar, wenn ein solches Geschoss die Augen trifft. Und nicht immer geht es glimpflich aus.

Böse Überraschungen am Tag danach

Vorsicht ist übrigens auch angebracht, wenn eine Sektflasche nicht völlig geleert und wieder verschlossen wurde, ergänzt Prof. Bertram. Wenn sie am nächsten Tag wieder geöffnet wird, ist das Risiko keineswegs geringer als bei einer vollen Flasche. Die verbliebene Kohlensäure reicht häufig aus, um einen starken Druck aufzubauen, der den Korken mit hohem Tempo aus der Flasche schießen lässt.


Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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