Pressemitteilung

25.05.2010

Mit Hornhautspenden Augenlicht schenken

Immer bessere Operationsmethoden – lange Warteliste

DÜSSELDORF 25.05.2010 – Organspenden retten Leben und verbessern die Lebensqualität der Patienten erheblich. Ein gutes Beispiel dafür ist die Hornhautspende – kein Gewebe wird häufiger und erfolgreicher verpflanzt. Doch es fehlt an Spendern, so dass die Warteliste sehr lang ist. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands wirbt daher im Vorfeld des Tags der Organspende am 5. Juni 2010 für die Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende.

Eine Umfrage unter deutschen Augenkliniken belegt den konstant hohen Bedarf an Spenderhornhäuten: „Rund 4500 Hornhäute werden Jahr für Jahr in Deutschen Augenkliniken verpflanzt“, berichtet Prof. Dr. med. Berthold Seitz, Sprecher der Sektion Kornea in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. 4500 Menschen gewinnen also dank dieser Gewebespende jedes Jahr ihre Sehkraft zurück. Doch die Liste der Wartenden ist ebenso konstant lang, betont Prof. Seitz: „Etwa 2000 Menschen warten auf ein Transplantat, weil es an Spenderhornhäuten mangelt.“

Verbesserte Operationsmethoden

Bei einer Hornhauttransplantation wird in den allermeisten Fällen (85,9 Prozent) ein genau passendes Hornhautscheibchen in das Empfängerauge eingenäht. Diese „perforierende Keratoplastik“ ist seit mehr als hundert Jahren eine bewährte Methode. Seit einigen Jahren gewinnen neue Methoden an Bedeutung, bei denen nicht die komplette Hornhaut, sondern lediglich einzelne Schichten verpflanzt werden. Die „lamelläre Keratoplastik“ genannte Technik kam 2009 bei 14,1 Prozent der Patienten zum Einsatz, 2005 waren es erst 2,8 Prozent der Patienten, die davon profitierten. Diese Techniken bedeuten, dass die Belastung für die Patienten geringer wird. Allerdings warnt Prof. Seitz auch vor zu großen Erwartungen: „Das Sehvermögen ist nach einem lamellären Eingriff oft nicht so gut, wie es mit der herkömmlichen Technik erzielt werden kann. Diese Verfahren sind noch in der Erforschung; in den meisten Fällen ist die perforierende Keratoplastik die bessere Lösung.“

Kombinierte Eingriffe

Bei manchen Patienten ist nicht nur die Hornhaut des Auges krank, sondern zugleich ist auch die körpereigene Linse trüb geworden. Dann können Augenärzte in einem kombinierten Eingriff die Linse durch ein Kunststoffimplantat ersetzen und die Hornhaut verpflanzen. 2009 war dies bei 13 Prozent der Patienten notwendig. Ein anderes Verfahren, das zum Erfolg der Hornhauttransplantation beiträgt, ist das „HLA-Matching“. Dieser Abgleich bestimmter Genmerkmale bei Spender und Empfänger ist dann von Vorteil, wenn zu befürchten ist, dass der Körper das Transplantat abstößt. 11 Prozent der Hornhauttransplantate wurden 2009 auf diese Art und Weise mit dem Empfänger abgestimmt.

Machen Prothesen Hornhautspenden überflüssig?

Immer wieder tauchen Berichte über künstliche Hornhautprothesen auf, die dem Mangel an Spenderhornhäuten ein Ende setzen könnten. Bisher konnte allerdings noch kein Material gefunden werden, das sich für diesen Zweck ideal eignet. Die Prothese muss sich fest mit dem umgebenden Gewebe verbinden, zugleich darf es nicht zur Abstoßung kommen. Und schließlich muss das Material auf Dauer transparent bleiben. Die passende Lösung für diese komplexen Anforderungen wurde noch nicht gefunden. Deshalb werben Prof. Seitz und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands engagiert für die Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende.

5. Juni 2010: Tag der Organspende

Die menschliche Hornhaut ist ein nicht durchblutetes Gewebe. Die Entnahme am Spenderauge ist bis zu 72 Stunden nach dem Tod ohne Altersbeschränkung möglich. Nach der Entnahme wird die Hornhaut aufbereitet und in einer Hornhautbank an einer darauf spezialisierten Augenklinik bis zur Verwendung aufbewahrt. Aus Anlass des Tags der Organspende am Samstag, 5. Juni 2010 ruft der Berufsverband der Augenärzte dazu auf, sich vermehrt für Organ- und Gewebespenden zu engagieren. Der Organspendeausweis kann bestellt werden bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation, auf deren Internetseite www.dso.de steht er auch zum Herunterladen bereit.


Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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