Pressemitteilung

03.12.2014

Mehr Lebensqualität dank Hornhautspende

Deutsches Keratoplastikregister belegt steigenden Bedarf

DÜSSELDORF 03.12.2014 – Mehr als 5000 Menschen haben im vergangenen Jahr dank einer Hornhauttransplantation ihr Sehvermögen deutlich verbessern können. Im Vergleich zu anderen Augenoperationen ist das eine geringe Zahl – beispielsweise der Graue Star wird in Deutschland schätzungsweise 700.000 bis 800.000 Mal operiert. Doch jede Hornhauttransplantation ist mit einem Einzelschicksal verbunden; für jeden Patienten bedeutet die Hornhautspende deutlich mehr Lebensqualität.

Die Hornhaut (Kornea) ist die glasklare, von Tränenflüssigkeit benetzte Schicht, die das Auge vorne abschließt; sie ist gleichsam die „Windschutzscheibe“ des Auges. Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass die Hornhaut trüb und damit gutes Sehen unmöglich wird. Die Hornhauttransplantation (in der Fachsprache Keratoplastik genannt) ist dann oft die einzige Möglichkeit, um das Sehvermögen wiederherzustellen. Seit dem Jahr 2000 erhebt die Sektion Kornea in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft regelmäßig Zahlen zu den in Deutschland durchgeführten Hornhauttransplantationen. „Für 2013 meldeten die Kliniken und Praxen aus Deutschland 5244 Keratoplastiken“, berichtet Prof. Dr. Berthold Seitz, der Leiter der Sektion Kornea, „mehr als jemals zuvor“.

Neue Operationstechniken, bessere Ergebnisse

Die Krankheiten, die eine Hornhauttransplantation notwendig werden lassen, sind ganz verschieden. Etwa ein Drittel der Patienten sind von der vererbbaren „Fuchs Dystrophie“ betroffen, bei der die Endothelzellen auf der Innenseite der Hornhaut absterben. Ihre Aufgabe, Wasser aus der Hornhaut in die Vorderkammer abzupumpen, geht verloren – die Hornhaut quillt und wird trübe. Doch auch der Keratokonus, eine krankhafte Vorwölbung der Hornhaut, oder Narben, beispielsweise nach Unfällen oder Infektionen, machen die Transplantation oft notwendig. „Obwohl Augenärzte in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Maßnahmen zur Vermeidung von Hornhauttrübungen eingeführt haben, steigt der Bedarf an Spenderhornhäuten“, merkt Prof. Dr. Bernd Bertram an, der erste Vorsitzende des Berufsverbands der Augenärzte, „denn dank neuer Operationstechniken und besserer Ergebnisse steigt die Zahl der Fälle, in denen eine Hornhauttransplantation angezeigt ist.“

Verpflanzung einzelner Hornhautschichten

In den vergangenen Jahren haben neue Operationstechniken an Bedeutung gewonnen, bei denen lediglich einzelne Hornhautschichten verpflanzt werden. „Der Anteil der posterioren lamellären Keratoplastik, bei der die inneren Hornhautschichten durch ein Transplantat ersetzt werden, ist seit dem Jahr 2008 von 7,6 Prozent auf 43,5 Prozent in 2013 gestiegen“, erläutert Prof. Seitz. Vorteil dieser Operationstechnik ist unter anderem die schnellere Erholung des Sehvermögens.

Augenärzte sind Organspender

Die Zahl der Patienten, die auf eine Hornhauttransplantation warten, ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, wie aus dem Deutschen Keratoplastikregister hervorgeht: Standen zum 31. Dezember 2011 noch 1892 Patienten auf der Warteliste, so waren es ein Jahr später schon 2744 Patienten und Ende 2013 sogar 3163 Patienten. Ihnen kann geholfen werden, wenn immer mehr Menschen sich für die Organ- und Gewebespende entscheiden. Seit vielen Jahren gehen Augenkliniken und Praxen unter dem Motto „Augenärzte sind Organspender“ mit gutem Beispiel voran und werben für die Organspende.

Informationen der Sektion Kornea in der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft: www.dog.org


Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
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