Pressemitteilung

02.03.2011

Haltet den Dieb – stoppt das Glaukom!

Weltglaukomwoche vom 6. bis 12. März

DÜSSELDORF 02.03.2011 – Still und heimlich geht die Sehkraft verloren und man merkt es nicht, bis man auf dem betroffenen Auge schon beinahe blind ist. Das klingt unglaublich, doch das gerade ist das Tückische am Glaukom (Grüner Star), dem heimlichen Dieb des Sehens. Während der Weltglaukomwoche vom 6. bis zum 12. März 2011 klären deshalb Augenärzte und Patientenvertreter weltweit über die Krankheit und die guten Möglichkeiten, sie zu stoppen, auf.

Der Name Glaukom steht für eine Gruppe von Krankheiten, die eines gemeinsam haben: Der Sehnerv, der die Seheindrücke vom Auge an das Gehirn weiterleitet, nimmt Schaden. „Die etwa 1,2 Millionen Fasern des Sehnervs sterben nach und nach ab, was zu Ausfällen im Gesichtsfeld führt“, erläutert Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer, wissenschaftliches Vorstandsmitglied im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. „Die betroffenen Patienten bemerken das lange nicht. Denn die Krankheit ist in den meisten Fällen nicht mit Schmerzen verbunden. Und die Ausfälle im Gesichtsfeld bleiben unbemerkt, da das andere Auge sie zunächst ausgleichen kann“, ergänzt Prof. Pfeiffer. Erst wenn schon ein großer Teil des Sehnervs unwiederbringlich zerstört ist, bemerken die Patienten, dass etwas nicht stimmt. Doch die Möglichkeiten der Früherkennung – unter anderem mit bildgebenden Verfahren – sind in den vergangenen Jahren erheblich besser geworden. Die Behandlung ist einfach und wenig belastend.

 Behandlungschancen im Frühstadium gut

 Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind weltweit etwa 4,5 Millionen Menschen am Glaukom erblindet. In Deutschland leiden schätzungsweise 950.000 Menschen an einem Glaukom, rund 2000 verlieren seinetwegen Jahr für Jahr ihr Augenlicht. Dabei, so betont die WHO, gibt es wirksame Methoden, das Glaukom in einem frühen Stadium mit Medikamenten oder Operationen zu behandeln. Dann kann das Fortschreiten der Krankheit gestoppt werden. Das setzt jedoch voraus, dass die Diagnose rechtzeitig gestellt wird. Bereits vorhandene Schäden sind nicht wieder gut zu machen.

 Chancen der Früherkennung nutzen

 Der Berufsverband der Augenärzte rät daher vor allem älteren Menschen, die Chancen der Früherkennung zu nutzen. Denn ab dem Alter von 40 Jahren steigt das Risiko einer Erkrankung. Auch Menschen, deren direkte Verwandten – Eltern oder Geschwister – am Glaukom erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko, außerdem kurzsichtige Menschen. Früherkennungsuntersuchungen, die leider keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung sind, empfehlen Augenärzte daher ab dem Alter von 40 Jahren in regelmäßigen Abständen; bei familiärer Vorbelastung oder Kurzsichtigkeit eventuell auch schon früher. Mit einer Kombination verschiedener Untersuchungsmethoden können Augenärzte das Glaukom schon zu einem Zeitpunkt erkennen, an dem das Sehvermögen noch keinen Schaden genommen hat. Mit Augentropfen, die den Augeninnendruck senken, wird der Krankheitsprozess gestoppt. Reicht ihre Wirkung nicht aus, helfen Laserbehandlungen und Operationen.

Weiterführende Links:

Homepage des Initiativkreises zur Glaukomfrüherkennung e.V.

Internetseite zur Weltglaukomwoche

Downloads:

Patientenbroschüre Glaukom

Bild in druckfähiger Auflösung

Falls der Verdacht einer Glaukomerkrankung vorliegt, gibt die so genannte Perimetrie Aufschluss darüber, ob es bereits "blinde Flecken" im Gesichtsfeld gibt. Bildquelle: BVA


Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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