Pressemitteilung

08.02.2017

Gründlich informiert zum Durchblick ohne Brille

Kommission Refraktive Chirurgie hilft bei der Suche nach Spezialisten

DÜSSELDORF 8.2.2017 – Nahezu 70 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind fehlsichtig. Die allermeisten von ihnen gleichen ihren Sehfehler durch eine Brille oder Kontaktlinsen aus. Wer aber nicht auf eine Sehhilfe angewiesen sein will, ist mit einer verwirrenden Vielzahl an Angeboten für eine operative Korrektur der Fehlsichtigkeit konfrontiert. Prof. Dr. Michael Knorz vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) empfiehlt deshalb, sich gründlich zu informieren.

Eine ganze Menge Abkürzungen schwirren da umher, wenn es um die verschiedenen Operations- und Lasermethoden geht, sie alle sind auf den ersten Blick kaum verständlich: PRK, LASEK, LASIK, ICL, RLE, SMILE – und es kommen immer weitere Methoden und neue Abkürzungen hinzu. Hier hilft das Informationsangebot der Kommission Refraktive Chirurgie weiter. „Der Berufsverband der Augenärzte und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft haben gemeinsam die Kommission Refraktive Chirurgie gegründet, deren Ziel eine Qualitätssicherung auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse ist“, erläutert Knorz. Die KRC bietet regelmäßige Fortbildungen für Augenchirurgen an und hält für interessierte Patienten Listen qualifizierter Operateure bereit. Die KRC gibt auch einen Überblick über die gängigen Verfahren zur Korrektur von Sehfehlern.

Photorefraktive Keratektomie (PRK) / Laser Epitheliale Keratomileusis (LASEK)

Bei PRK bzw. LASEK wird zunächst die oberste Hornhautschicht, das Epithel, mechanisch oder mittels Laser entfernt. Danach wird mit einem Excimer Laser das Zentrum der Hornhaut abgeschliffen, um die Fehlsichtigkeit auszugleichen. Das Epithel bildet sich im Verlauf weniger Tage neu und schließt die oberflächliche Wunde. Bis zur Abheilung müssen die Patienten mit Schmerzen rechnen, auch das Sehvermögen bessert sich erst nach einigen Tagen. Mit diesem Verfahren werden Kurzsichtigkeit (bis -6 Dioptrien), Stabsichtigkeit (bis ca. 5 Dioptrien), seltener auch Weitsichtigkeit korrigiert.

Laser in situ Keratomileusis (LASIK) bzw. Femto-LASIK

Das bekannteste Verfahren zur Sehkorrektur mit dem Laser ist die LASIK, bei der zunächst eine etwa 0,15 mm dicke Lamelle der Hornhaut präpariert und wie ein Deckel umgeklappt wird. Danach wird wie bei der PRK mit dem Excimer Laser das Zentrum der Hornhaut abgeschliffen. Anschließend wir die Hornhautlamelle zurückgelegt. Sie saugt sich fest und muss nicht angenäht werden. Die LASIK ist für die Korrektur von Kurz- (bis -8 Dioptrien), Weit- (bis 3 Dioptrien) und Stabsichtigkeit (bis ca. 5 Dioptrien) geeignet. Nach dem Eingriff erholt sich das Sehvermögen rasch und die Patienten haben weniger Schmerzen als nach der PRK.

Phake Intraokularlinse, implantierte Kontaktlinse (ICL)

Wenn hornhautchirurgische Verfahren wie eine LASIK nicht in Frage kommen, gibt es die Möglichkeit, zusätzlich zur körpereigenen Linse eine weitere Linse in das Auge einzusetzen. Solche phaken Intraokularlinsen werden zur Korrektur einer höheren Kurz- (ab -6 dpt) oder Weitsichtigkeit (ab +3 dpt) eingesetzt.

Austausch der klaren Linse gegen eine Kunstlinse, „Refraktiver Linsenaustausch (RLA) / Refractive Lens Exchange (RLE)“

Wie bei der modernen Kataraktchirurgie wird das Auge am Rand der Hornhaut eröffnet und die körpereigene Linse wird entfernt, um durch eine Kunstlinse ersetzt zu werden. Mit diesem Verfahren lässt sich eine höhere Kurz- oder Weitsichtigkeit sowie gleichzeitig die Alterssichtigkeit korrigieren.

Genau informieren

Welches der verschiedenen Verfahren im individuellen Fall geeignet ist, kann ein Patient am besten bei einem Beratungsgespräch nach einer gründlichen Voruntersuchung in der Augenarztpraxis erfahren. Denn es können auch Gründe gegen eine Operation sprechen. Generell sollten Menschen unter 18 Jahren sich keinem refraktiven Eingriff unterziehen. Wichtig ist, dass die Refraktion bereits seit mindestens ein bis zwei Jahren stabil ist. Diese und weitere Aspekte können im persönlichen Gespräch mit dem behandelnden Augenarzt in Ruhe besprochen werden.

Internetseite der KRC: www.aad.to/krc/index.php


Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

Zum Seitenanfang