Pressemitteilung

04.03.2013

Das Augenlicht im Auge behalten

Weltglaukomwoche vom 10. bis 16. März

DÜSSELDORF 04.03.2013 – Tag für Tag die Welt zu sehen, ist wundervoll, aber eigentlich kein Wunder – solange die Augen gesund sind. Nur merken wir leider nicht immer, wenn eine Augenkrankheit uns schleichend den wichtigsten unserer Sinne nimmt. „Eine der häufigsten Krankheiten, die das Sehvermögen bedroht, ist das Glaukom“ erläutert Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Während der Weltglaukomwoche vom 10. bis 16. März informieren Augenärzte weltweit über diese Volkskrankheit, die rund 3,1 Millionen Menschen das Augenlicht unwiederbringlich geraubt hat.

Knapp eine Million Menschen leiden in Deutschland am Glaukom (Grüne Star), damit ist es bei uns die zweithäufigste Krankheit, die das Sehvermögen bedroht. Bei etwa 1,3 Millionen Menschen liegen wichtige Risikofaktoren wie ein erhöhter Augeninnendruck vor. „Das Tückische am Glaukom ist, dass es in den allermeisten Fällen keine Schmerzen verursacht und dass die Patienten oft über Jahre hinweg keine Symptome bemerken“ macht Prof. Pfeiffer klar, „ – bis schon ein großer Teil des Sehnervs abgestorben ist“.

Sehnerv unter Druck

Der Name Glaukom bezeichnet eigentlich eine Gruppe von Augenkrankheiten unterschiedlicher Ursache, denen eines gemeinsam ist: Der empfindliche Sehnerv, ein aus rund 1,2 Millionen Fasern bestehendes „Datenkabel“, das die Lichtreize ins Gehirn leitet, stirbt aufgrund eines individuell zu hohen Drucks im Augeninneren ab. Ein zu hoher Augeninnendruck kann beispielsweise entstehen, wenn die Abflusswege des Kammerwassers, das die Linse des Auges umspült, sich allmählich zusetzen. „Doch bei rund einem Drittel der Glaukompatienten wird der Sehnerv geschädigt, obwohl der Augeninnendruck nicht auffällig hoch ist“, erläutert Prof. Pfeiffer.

Gesichtsfeldausfälle bleiben unbemerkt

Stirbt der Sehnerv ab, dann entstehen Ausfälle im Gesichtsfeld – zunächst am Rand, später auch im Zentrum. Sie bleiben jedoch lange unbemerkt, da zum einen der Seheindruck des zweiten Auges das Bild ergänzt und da zum anderen das Gehirn „hochrechnet“ welcher Seheindruck zu erwarten wäre. Deshalb können die Betroffenen häufig gar nicht bemerken, dass mit ihren Augen etwas nicht stimmt. Dass sie Dinge am Rand des Gesichtsfeldes übersehen und daher vielleicht häufiger irgendwo anstoßen, führend sie eher auf Unaufmerksamkeit zurück. Prof. Pfeiffer rät deshalb zum Sehnerv-Check: „Der Augenarzt kann bei einer Früherkennungsuntersuchung, bei der er den Sehnerv kontrolliert und den Augeninnendruck misst, die Krankheit schon frühzeitig erkennen – und dann meist ein Fortschreiten verhindern.“ (siehe auch: Hintergrundinformationen zum Glaukom)

Hintergrundinformationen zum Glaukom

Wem empfehlen Augenärzte eine Glaukom-Früherkennung?
  • Menschen, deren direkte Verwandte – Eltern, Geschwister – am Glaukom leiden
  • stärker kurzsichtigen Menschen
  • allen Menschen ab dem Alter von 40 Jahren
Was gehört zur Glaukom-Früherkennung?
  • Der Augenarzt betrachtet durch sein Spezialmikroskop den Sehnervenkopf, (die Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt), um Auffälligkeiten festzustellen. Er kann eine Aufnahme anfertigen, um bei späteren Untersuchungen vergleichen zu können.
  • Mit der Messung des Augeninnendrucks wird ein wichtiger Risikofaktor für das Glaukom überprüft.
  • Gibt es Hinweise auf das Vorliegen eines Glaukoms, stehen weitere Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung: Mit der Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) wird untersucht, ob bereits Ausfälle im Gesichtsfeld entstanden sind.
  • Sinnvoll ist zudem die Messung der Hornhautdicke, um den individuell korrekten Augeninnendruck bestimmen zu können. Außerdem stellt eine dünne Hornhaut einen Risikofaktor für Glaukom dar.
  • High-Tech-Diagnostik wie die Retinatomographie zur dreidimensionalen Vermessung des Sehnervenkopfes, die Messung der Nervenfaserschichtdicke oder die optische Kohärenztomographie sind vor allem wertvoll für die Verlaufsbeobachtung, um den Erfolg einer Glaukombehandlung zu kontrollieren und eine eventuelle Verschlechterung frühestmöglich zu erkennen. Die Therapie kann dann rechtzeitig begonnen oder umgestellt werden.
Wie wird das Glaukom behandelt?

Das Ziel einer jeden Behandlung ist es, die Fasern des Sehnervs ein Leben lang zu erhalten. In den meisten Fällen genügt die Behandlung mit Augentropfen, die den Augeninnendruck senken und so den Sehnerv entlasten. Reicht diese Therapie nicht aus, um das Fortschreiten des Glaukoms zu stoppen, besteht die Möglichkeit einer Laserbehandlung oder einer Operation.

Weitere Informationen zur Weltglaukomwoche: www.wgweek.net


Herausgeber:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
Tersteegenstr. 12, 40474 Düsseldorf

Pressekontakt:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA),
presse(at)augeninfo.de,
www.augeninfo.de

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