Glaukomvorsorge

Glaukomvorsorge beim Augenarzt

Bei der Glaukomvorsorge handelt es sich um eine ärztliche Leistung zur Früherkennung eines grünen Stars. Häufig wird die sinnvolle Glaukomvorsorge mit der einfachen Augendruckmessung gleichgesetzt.

Eine Frau sitzt beim Augenarzt vor einem Gerät. Mit einer Sonde wird der Druck auf der Hornhaut gemessen.
Die Augendruckmessung allein reicht nicht aus!
Das Bild zeigt eine Aufnahme des Sehnervenkopfes.
Sehnervenkopf (Papille) mit ungewöhnlich großer Ausbuchtung in der Mitte – ein regelmäßiger Check des Sehnervs ist daher wichtig

Eine augenärztliche Glaukomvorsorge beinhaltet immer die Kombination einer Augeninnendruckmessung und die Untersuchung des sogenannten Sehnervenkopfes. Der Sehnervenkopf ist die Stelle an der der Sehnerv in die Netzhaut übergeht.

Bei einem Grünen Star (Glaukom) ist genau diese Struktur des Auges geschädigt. Diese Schädigung kann man mit den Methoden der heutigen Medizin nicht mehr bessern, bedingt das schlechte Sehen und die Gesichtsfeldausfälle.

Warum reicht die Augendruckmessung nicht aus?

Der Augendruck ist zwar der Hauptrisikofaktor für ein Glaukom, aber jeder dritte oder vierte Glaukompatient weist normale Augendruckwerte auf. Die Augendruckwerte können deutlich schwanken, wie auch z.B. der Blutdruck oder Puls, sodaß auch Glaukomkranke mit häufiger erhöhten Augendruckwerten bei der Früherkennungsuntersuchung einen normalen Augendruck haben können. Da man mit einer alleinigen Augeninnendruckmessung (Tonometrie) zur Glaukomfrüherkennung ungefähr die Hälfte aller Glaukome übersieht, lehnt der Berufsverband der Augenärzte eine alleinige Augeninnendruckmessung als Vorsorgeleistung kategorisch ab. Dagegen kann man mit der empfohlenen Kombination der Sehnervenuntersuchung mit der Tonometrie die meisten Glaukome entdecken.

Auch im IGeL-Monitor der Krankenkassen wird von der isolierten Messung des Augeninnendrucks zur Glaukomfrüherkennung abgeraten, weil dies keinesfalls eine sichere Diagnose eines Grünen Stars gewährleistet. Zusätzlich sollte man immer auf eine augenärztliche Untersuchung des Sehnervenkopfen bestehen.

Glaukom-Behandlung

Ist der Augeninnendruck erhöht oder/ und der Sehnervenkopf auffällig, werden dann vom Augenarzt weitere umfangreiche Untersuchungen eingeleitet. Erst an deren Abschluss steht die Diagnose Glaukom und wird eine Behandlung erforderlich. Behandelt wird ein Glaukom in der Regel mit  drucksenkenden Augentropfen, in seltenen Fällen kann eine Operation vor Erblindung schützen.

Der Augeninnendruck ist zwar nur ein Baustein für die Diagnosefindung, allerdings die Stellschraube bei der Therapie des Glaukoms bleibt die Drucksenkung bei bestimmten Formen des Glaukoms.

In der modernen Augenheilkunde kann man heutzutage den grünen Star früh diagnostizieren und therapieren. So können Gesichtsfeldausfälle und Sehverschlechterung verhindert werden.