Mehrstärkenbrillen

Um festzustellen, welche Brille oder Kontaktlinse individuell die beste Lösung darstellen, empfiehlt sich ein Sehtest  und eine Überprüfung der Augen beim Augenarzt.

Auf einer Glasoberfläche liegt eine rahmenlose Brille mit Gleitsichtgläsern. Die Bügel sind aus leichtem Metall und Kunststoff.
Gleitsichtbrillen ermöglichen ein stufenloses Sehen in allen Entfernungen

Der Augenarzt vermisst die Augen und erhält so zunächst objektive Daten. Deutet das Ergebnis darauf hin, dass der Patient eine Brille benötigt, folgt im Anschluss ein Sehtest mit subjektivem Feinabgleich, bei dem die Stärke der Brillengläser ermittelt und auf optimale Verträglichkeit geachtet wird. Der Patient liest dabei Zahlen und Bilder in unterschiedlichen Größen. Auf diese Weise wird die Brillenstärke ermittelt und in Dioptrien angegeben.

Auch für Patienten, die sowohl Objekte in der Ferne, als auch nahe Dinge unscharf sehen (beispielsweise ältere Menschen, die fehlsichtig sind und wegen Alterssichtigkeit ihre Augen nicht mehr in die Nähe einstellen (akkommodieren) können), gibt es Lösungen: Brillen oder Mehrstärken-Kontaktlinsen. Brillen für alle Entfernungen nennt man Mehrstärkenbrillen. Dabei unterscheidet man zwischen zwei Glasarten:

Zweistärken- oder Bifokalglas: Ein Brillenglas für die Ferne mit abgegrenzter Korrektionszone für die Nähe.

Dreistärken- oder Trifokalglas: Ein Brillenglas vereint drei unterschiedliche Korrektionszonen mit einem Zwischenteil für das Sehen in mittlere Entfernungen (50 cm - 1 m). Dieser Mittelteil ist besonders wichtig, um beispielsweise die nähere Umgebung am Arbeitsplatz richtig wahrzunehmen oder um handwerkliche Tätigkeiten durchzuführen.

Wer zum ersten Mal eine Mehrstärkenbrille trägt, sollte Folgendes beachten:

  • Der Blick geht durch die Korrektionszone, die für die jeweilige Sehaufgabe benötigt wird. Bei entfernten Zielen hebt man den Blick, beim Lesen senkt man ihn.
  • Sichtprobleme sind aber dennoch möglich, zum Beispiel wenn eine Treppenstufe beim Gehen plötzlich direkt vor den Füßen auftaucht. Durch den Nahzusatz der Brille sieht man diese dann etwas unscharf. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig sind die Trennkanten beim Übergang der Korrektionszonen, die einen minimalen Bildsprung verursachen.
  • Träger einer Mehrstärkenbrille sollten anfangs etwas vorsichtig sein, bis sie sich an das „neue Sehen“ gewöhnt haben.

Gleitsichtgläser (Multifokalgläser) erlauben scharfes Sehen ohne Bildsprung von der Nähe bis in die Ferne. Diese Gläser haben eine Vielzahl gleitend ineinander übergehender Korrektionszonen. Allerdings gilt es bei Gleitsichtbrillen zu beachten, dass beim Blick zur Seite in der Nähe Unschärfen entstehen können. Deswegen lernt man schnell, dass man besser den Kopf und nicht nur die Augen zur Seite wendet..

Bei der Wahl der Brillengläser sollten auch folgende verfügbare Zusatzeigenschaften in Betracht gezogen werden:

  • Entspiegelung: Die Entspiegelung mindert störende Reflexe und erhöht die Lichtdurchlässigkeit und damit das Kontrastsehen.
  • Sonnenschutz: Licht-absorbierende Gläser vermindern die Lichtdurchlässigkeit und filtern auch UV-Strahlen.
  • Bruchfestigkeit: Bei erhöhter Bruchgefahr durch Sport oder im Beruf empfehlen sich spezielle Kunststoffgläser. Sie sind bei gleicher Präzision leichter als Glas, verkratzen aber auch schneller.